Teil A: Einleitung, Inhalt

(c)AFP, Kongo, sexuelle Gewlat als Waffe
Photo (c)AFP: Vergewaltigungsopfer im Krankenhaus in Goma im Osten der DR Kongo

NEU Juli 2010: eine kleine Videosammlung (en) zum Thema "Krieg gegen Frauen" gibt es => hier im Anhang meines Gastartikels im Blog "Spiegelfechter" zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit

Im August 2009 unternahm Obamas Außenministerin Hillary Clinton eine Afrikareise,
tri Parution de la version francaise de ce dossier: fin janvier 2010die sie in sieben Länder führte, darunter die seit fünf Jahrzehnten abwechselnd oder gleichzeitig von Diktaturen, Bürgerkriegen, "Rebellenkämpfen", Völkermord, Massenvertreibungen und Massenvergewaltigungen gebeutelte Demokratische Republik Kongo, das wohl seit dem grausamen belgischen Kolonisator König Leopold II. (Ende 19. Jahrhundert) unglücklichste Land Afrikas [siehe gelben Infoblock *1]. Im globalen Norden ist seit einiger Zeit kaum noch Interesse daran zu bemerken, wohl auch, weil scheinbar nichts etwas zum Guten wenden kann. Die egozentrischen Befindlichkeiten in Politik, Medien und Bevölkerungen der reichen Länder habe ich oft besprochen, sie sollen hier nicht mehr Thema sein.
Dem ist nicht so: im Kongo tun sich auch positive Dinge - von unten, aus (vor allem weiblichen) Teilen der betroffenen Bevölkerung, aber leider abseits der westlichen öffentlichen Wahrnehmung. Glücklicherweise nicht mehr abseits der Wahrnehmung der seit 1960 dort erfolglosen UNO und des amerikanischen State Departements. Man beginnt zuzuhören, Ansätze des internationalen Engagements werden überdacht.

11Aug09, Clinton in Goma, DR Kongo, (c)reuters
11Aug09, Clinton in Goma, DR Kongo, (c)reuters

Verschiedene Dinge gingen dem Kongobesuch Clintons voran, darunter direkt vorher ein » Offener Brief an sie von der Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch mit einer Einzelauflistung aller menschenrechtlichen Dringlichkeiten in allen bereisten Ländern.
Allgemeiner betrachtet, gibt es Entwicklungen auf unterschiedlichen Feldern und in unterschiedliche Richtungen:
1. Sexuelle Gewalt als klar erkennbar organisierte, sogar eintrainierte, politische und militärische Waffe, im Unterschied zum (nicht weniger schlimmen, aber bislang immer so angenommenen) "Ausrasten" von Soldaten, ist keine kongolesische Spezialität - die Methode findet Verbreitung. Genannt seien hier nur die Wahlen in Simbabwe 2008 und das Massaker gegen Oppositionelle in Guinea am 28. September 2009. In meinem Schlusskommentar II ganz unten weise ich noch kurz darauf hin, dass es auch keine Spezialität des "schwarzen Mannes" ist. [siehe auch gelben Infoblock *3]
2. Die internationale Justiz gegen Völkermord und Kriegsverbrechen und auch nationale Gerichte in Afrika formieren sich; es sind Fortschritte zu verzeichnen, die das Sprichwort der langsam, aber sicher mahlenden Mühlen bestätigen. [siehe auch gelben Infoblock *4]
3. Es scheint eine tiefgreifende, positive Änderung der amerikanischen Afrikapolitik stattzufinden, die sich zunehmend auch von zuvor befreundeten unsäglichen afrikanischen Führern und Regimen ab- [siehe auch gelben Infoblock *2] und den Problemen der Bevölkerungen direkt zuwendet. Und damit natürlich eine präzisere Haltung der internationalen Institutionen,
selbstverständlich auch (und schon vorher) vieler internationaler NGOs, aber vor allem:
4. Es gibt eine verstärkte Selbstorganisation und Einmischung in ihre Angelegenheiten von immer mehr Afrikanerinnen und Afrikanern, oft ganz einfachen Menschen. Ihnen ist diese gesamte Arbeit gewidmet, der Solidarität mit ihnen mein kurzer Schlusskommentar II.

Dieses Dossier dokumentiert.

Es besteht ausschliesslich aus deutschen Übersetzungen im Original französisch- oder englischsprachiger Texte. Wegen der grossen Fülle der Dokumente, einer begrenzten Speicherkapazität pro Artikel hier, und wegen der Übersichtlichkeit sind alle Beiträge hier mit Auszügen bzw. Einleitungen anmoderiert und dann zum Weiterlesen in separaten Blogeinträgen verlinkt.
Großen Dank schulde ich dem Berliner Diplomübersetzer Amaro Pinas Müller (und Co-Mitglied mit mir in einer internen grünen Afrikasolidaritätsgruppe), der den Großteil der Übersetzungen hier übernahm und mir mindestens 40-50 Stunden Arbeit abgenommen hat. Ohne ihn wäre dieses seit August verschobene Dossier nicht vor Weihnachten fertig geworden, wenn überhaupt, und auch schlechter ausgefallen. Seine Übersetzungen sind namentlich gekennzeichnet, inklusive Kontaktmöglichkeit, alle anderen sind von mir.

Wir wünschen Ihnen besonders beim runden Tisch ein markantes Leseerlebnis und viele neue Einblicke
Andreas Fecke

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INHALT:
Bitte sehen Sie mir nach, dass ich das Dossier (gelbe Infoblocks *2 und *4 + Teil D, meine Kommentare) erst 19.01. total fertigstellen kann.
Teil B: Artikel zur Situation
0. Zerstörerische Waffe: Vergewaltigung
1. DIE UNO KLAGT DEN "WAHNSINN" DER VERGEWALTIGUNGEN IN DER DR KONGO AN, 20.10.2009
2. DR Kongo: das neue Leben der vergewaltigten Mädchen im Panzikrankenhaus in Bukavu, 15.11.09
3. OXFAM: Militärhilfe an Kongolesische Regierungsarmee im Osten einstellen, 10/2009
4. DR KONGO: WIEDERAUFFLAMMEN DER GEWALT IM OSTEN, 14.11.09
5. Kinshasa hat beantragt bei den Vereinten Nationen einen Plan für den schrittweisen Rückzug der MONUC in der Demokratischen Republik Kongo
6. »»» Stets neue Informationen
Teil C: Artikel rund um den Clinton Besuch bei den Frauen in Goma
1. Brief an Hillary Clinton von Abgeordneten aus dem Kongo
2. Runder Tisch über sexuelle Gewalt als Kriegswaffe, mit Hillary Clinton und kongolesischen NGOs und Frauen
3. Radio Okapi interviewt Hillary Clinton zu ihrem Kongobesuch
4. Interview mit US- Sonderbotschafterin in Frauenangelegenheiten Melanne Verveer
Teil D: Kurze Anmerkungen zum Schluss
1. In Deutschland viel Schweigen, aber einige wenige engagierte Politiker
2. Massenvergewaltigungen im Krieg, Afrikaproblem?, Männerproblem?
3. "Wir haben doch schon den Holocaust. In Afrika haben die anderen schmutzige Hände, wir Deutschen haben damit nichts zu tun." Ein paar Worte zur gesamteuropäischen Geschichte und Verantwortung


Teil B: Artikel zur Situation

0. Zerstörerische Waffe: Vergewaltigung
CARE verfasst Handlungsempfehlungen für UNO-Sicherheitsrat
Frauen, die vergewaltigt wurden, sind oft für den Rest ihres Lebens traumatisiert. Sie brauchen medizinische, psychologische und rechtliche Unterstützung, um die Vergewaltigung zu verarbeiten und ihr Leben in Würde fortzuführen. Doch immer häufiger werden Frauen heutzutage zu Schachfiguren in einem gefährlichen Kampf um Macht, Bodenschätze und Reichtum. In der Demokratischen Republik Kongo, in Uganda und Burundi sind Vergewaltigungen eine Waffe, die Soldaten, Milizen und Rebellen systematisch auf Frauen richten - mit dem Ziel, sie und damit auch die Gemeinschaft des Gegners zu zerstören. Denn Frauen sind der Mittelpunkt einer Gesellschaft, sie halten die Familie zusammen, kümmern sich um die Pflege der Kranken und Alten und arbeiten auf den Feldern.
»»» weiterlesen, extern, mit Infolinks

RDC dans un camp de réfugiés près de Goma, en janvier 2009
Foto (c)AFP: Flüchtlingslager bei Goma, Januar 2009

1. DIE UNO KLAGT DEN "WAHNSINN" DER VERGEWALTIGUNGEN IN DER DR KONGO AN
GENEVE (AFP) - 20.10.2009 16:13
Am Dienstag liess die UNO angesichts des "Wahnsinns" der von Mitgliedern der Kriegsparteien in der Demokratischen Republik Kongo begangenen Vergewaltigungen einen Alarmruf verlautbaren und klagte die Anwendung von Vergewaltigungen "als Kriegswaffe" in einem Konflikt an.
Die Sprecherin des UNO- Koordinationsbüros für humanitäre Angeklegenheiten (OCHA) Elisabeth Byrs erklärte bei einer Pressekonferenz: "Noch einmal klagen wir die Verletzungen der Menschenrechte durch die Kriegsparteien in der DR Kongo an, und es scheint, der Wahnsinn der Vergewaltigungen geht weiter."
»»» Hier weiterlesen (inkl. frz. Quelltext)

Banner Stop Rape

»»» deutsche Übersetzungen der Zeugenaussagen hier

2. DR Kongo: das neue Leben der vergewaltigten Mädchen im Panzikrankenhaus in Bukavu
BUKAVU (RD Congo) (AFP) by Adia Tshipuku- 15.11.2009 11:24
Das Panzikrankenhaus in der Hauptstadt des Süd-Kivu Bukavi hat sich auf die Behandlung der Opfer von sexueller Gewalt spezialisiert.
Banner Alice deutschMit 15 Jahren war Marthe von Rebellen gekidnappt worden, um sexuelle Sklavin zu werden. Vor zwei Wochen ist sie im Panzikrankenhaus im Osten der DR Kongo angekommen, um zu versuchen, wieder Gefallen am Leben zu bekommen. Marthe (Anm.d.R.: Namen wurden geändert) ist in der sechsten Woche schwanger aus dem Dschungel angekommen. Inre Schlächter, Hutu-Rebellen der "Demokratischen Befreiungskräfte Ruandas" FDLR, die den Osten der Demokratischen Republik Kongo seit einem Jahrzehnt angrasen, hatten sie im März während eines mörderischen Überfalls auf ihr Dorf entführt. Sechs Monate lang diente sie den zwei wichtigsten Chefs der Bande als sexuelle Sklavin. Ende Oktober nutzt sie einen Moment der Unaufmerksamkeit ihrer Bewacher und kann entkommen. Als Vergeltung haben die Rebellen dann ihr Dorf wieder überfallen und ihre Mutter getötet.
»»» Hier weiterlesen (inkl. frz. Quelltext)

3. OXFAM: Militärhilfe an Kongolesische Regierungsarmee im Osten einstellen- PETITION
"Krise in der DR Kongo: Neuer Ansatz erforderlich

INFOBLOCK *1
Meine früheren Kongodossiers.
TEIL II: Kongo (II)- Hintergrund - Bürgerkrieg - Völkermord - Afrikanische Presse - Geschichte - Hilfe - Europa
Hintergründe, Geschichte und Lösungen:
Seite 2: Aus Afrika ein Editorial, ein Interview und ein bitteres Essay
Seite 3: Von den Friends of the Congo: mehrere Beiträge zu Hintergründen und Geschichte

TEIL III
Seite 5: Drei internationale Artikel zum aktuellen Konflikt
Seite 6:*! Ein afrikanischer Journalist kritisiert die Medien des Nordens, ein zweiter die afrikanischen Regierungen, ein dritter beschreibt die Fortschritte auf dem Kontinent, die es trotz vielem auch gibt.

Die Situation in der Demokratischen Republik Kongo wird oft als "vergessener Konflikt" bezeichnet. Dieser Konflikt hat jedoch in den letzten zehn Jahren - infolge von Hunger, Krankheit und Gewalt - über fünf Millionen Menschen das Leben gekostet. Ein Jahr, nachdem die Goma-Krise im Ost-Kongo für Schlagzeilen sorgte, ist die Situation dort schlimmer als zuvor.
Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft, ihre Unterstützung für die Militär-Operation der Regierungsarmee im Ost-Kongo einzustellen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sollte stattdessen gemeinsam mit der kongolesischen Regierung eine politische und militärische Lösung erarbeiten, die gewährleistet, dass die kongolesische Armee sich diszipliniert und berechenbar verhält und ihrem Auftrag nachkommt, die Zivilbevölkerung zu schützen."
»»» hier lesen, inklusive OXFAM-links

4. DR KONGO: WIEDERAUFFLAMMEN DER GEWALT IM OSTEN
Uvira (DR Kongo) (AFP) - 14.11.2009 10:51
Nach einer kurzen Pause, erneut die Kämpfe zwischen ehemaligen Stammes-Milizen und der kongolesischen Armee erneut in der Provinz Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK), und eine Erhöhung der Angst vor einer Wiederbelebung der Unsicherheit.
In zwei Wochen wurden mindestens vier Städte der Schauplatz von Zusammenstößen auf dem Gebiet von 60.000 km2, in denen die Streitkräfte der Demokratischen Republik Kongo (FARDC) seit Juli militärisch versuchen die Rückführung von Hutu-Rebellen der Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas (FDLR), von denen einige an den Völkermord in Ruanda 1994 beteiligt waren.
»»» Hier weiterlesen (inkl. frz. Quelltext)

5. Kinshasa hat beantragt bei den Vereinten Nationen einen Plan für den schrittweisen Rückzug der MONUC in der Demokratischen Republik Kongo
KINSHASA (AFP) - 19.11.2009 16:35
Die Regierung der Demokratischen Republik Kongo (DRK) forderte von die Vereinten Nationen einen Plan für den schrittweisen Abzug der UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUC), sagte am Donnerstag offiziellen kongolesischen Quellen.
»»» Hier weiterlesen (inkl. frz. Quelltext)

6. »»» Stets neue Informationen in der Kongorubrik in meinem "Afrikanews Archiv"

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Teil C: Artikel rund um den Clinton Besuch bei den Frauen in Goma

1. Brief an Hillary Clinton von Abgeordneten aus dem Kongo
Eine Einführung der "Friends of the Congo", übersetzt von Amaro Pinas Müller:

Banner Patrice Lumumba

Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton hat von einer großen Zahl kongolesischer Bürgerinnen und Bürger erfahren, wie die Vereinigten Staaten eine konstruktive Rolle bei der Beendigung des Konflikts und der Unterstützung der kommunalen kongolesischen Institutionen leisten können.

Es ist schwierig, Medienberichte darüber zu finden, was die Kongolesen wollen oder wie die Vereinigten Staaten ihrer Meinung nach am besten eine konstruktive Rolle dabei spielen können, das Leid in Kongo zu beenden. Da die Vereinigten Staaten eine bedeutende historische Rolle bei der Unterdrückung der demokratischen Bestrebungen des kongolesischen Volkes spielten und sie die Einmärsche ihrer Verbündeten Ruanda und Uganda 1996 und 1998 unterstützten, die laut der Vereinten Nationen den weltweit tödlichsten Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg verursachten, ist es wichtig, unmittelbar von den Kongolesen selbst zu erfahren, was sie über das Engagement der Amerikaner in Kongo denken.

Unten folgt ein Brief von gewählten Vertretern der Provinz Sud-Kivu, eine der zwei am stärksten von den Aggressionskriegen gegen das kongolesische Volk betroffenen Provinzen, der die Argumente vieler Kongolesen seit der ersten Invasion 1996 wiedergibt. Die internationale Gemeinschaft kann nicht einfach behaupten, es gäbe keine Antworten oder das Problem sei zu komplex, um unfassend angegangen zu werden. Die Kongolesen haben die Antworten und sie haben sie gegenüber der internationalen Gemeinschaft und den Staats- und Regierungschefs der Welt zum Ausdruck gebracht. Die Frage ist, ob Außenministerin Hillary Clinton, Präsident Barack Obama und die internationale Gemeinschaft zuhören und entsprechend handeln werden. Es gibt schon erste Anzeichen, dass sie den Kongolesen wohl nicht zuhören werden, da die Vereinigten Staaten, wie bereits im Februar dieses Jahres und als Teil ihrer AFRICOM-Operation, die auf dem ganzen Kontinent missbilligt wird, weitere militärische Berater nach Kongo entsenden.

Ausgewählte Passagen aus dem Brief:
- Im Namen der Tausenden von Frauen, die vergewaltigt und lebendig begraben wurden, der Männer, die kastriert wurden, und all jener, die im Osten der Demokratischen Republik Kongo im Allgemeinen und in Sud-Kivu im Besonderen getötet wurden, bitten wir Sie eindringlich, sich unserer Forderung nach einer Beendigung der Straffreiheit anzuschließen, und dass zunächst all jene, die für diese Tragödie verantwortlich sind, einschließlich Laurent Nkundabatware, Bosco Ntaganda und andere Mittäter im Zentrum dieser kongolesischen Tragödie, umgehend festgenommen werden.

- Die internationale Gemeinschaft muss von Präsident Paul Kagame verlangen, dass er einen interruandischen Dialog auf den Weg bringt, durch den Vertreter aller ruandischer Stämme, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Landes, an einen Tisch gebracht werden, damit sie Lösungen für die Probleme finden, die unter ihnen bestehen.

- Die Vereinigten Staaten müssen einen Beitrag dazu leisten, dass die Verkäufe, Lieferungen und Käufe von Waffen und Munition durch die am Konflikt beteiligten Anführer in der Region der Großen Seen, insbesondere in Ruanda und Uganda, streng kontrolliert werden.

- Allen amerikanischen und westlichen Firmen, die illegalen Handel mit blutbehafteten Bodenschätzen wie Coltan, Diamanten, Gold, Kassiterit, usw. betreiben, muss ein Ausfuhrverbot erteilt werden.

»»» Lesen Sie den gesamten Brief der gewählten Vertreter Kongos hier

2. Runder Tisch über sexuelle Gewalt als Kriegswaffe, mit Hillary Clinton und kongolesischen NGOs und Frauen
Auszüge:

INFOBLOCK *3
Films/Videos
* The Greatest Silence
* Lumo: One Woman's Struggle to Heal in a Nation Beset by War
* 60 Minutes: War Against Women
* The Today Show in the Congo: Ann Curry
* Rape of A Nation by Marcus Bleasdale
* Congo's Hidden Killers
* Women in War Zones: Sexual Violence in the Congo
Studies
* Amnesty International: Mass Rape in the Congo
* Ending Violence Against Women: From Words to Action
* Living With Fear By Berkeley Human Rights Center
* Rape as A Weapon of War (PDF) by SCIAF Scotland's Aid Agency
Analysis
* Amy Goodman Show: Two Types of Rapes
* Voices of African women By Marie-Claire Faray-Kele and the Women's International League for Peace (WILPF)
Legislation
* Dr. Denis Mukwege, Panzi Hospital, Congressional Testimony
* Sexual Violence Testimonies, U.S. Congress (PDF)
* Help End Violence Against Women (S.2279, HR.5927): Tell Congress to Pass I-VAWA
Petitions
* Congolese Women's Camapign Against Sexual Violence
Resources
* Panzi Hospital
* Coalition for Women's Human Rights
* HEAL Africa
* V-Day: Eve Ensler
* The IRC: 5.4 million dead and the world is silent

Dr. Lusi: Außenministerin Clinton, es ist uns eine Ehre, dass Sie heute bei uns sind. Wir wissen, dass Sie ein dichtes Programm haben, doch Sie haben sich Zeit für uns genommen. Es ist uns eine Ehre, Sie empfangen zu dürfen, und wir freuen uns auf das, was Sie uns mitteilen möchten.

Außenministerin Clinton: Vielen Dank Ihnen, Dr. Lusi, und all den UnterstützerInnen von Heal Africa und allen anderen Gruppen, die solch eine schwere Arbeit verrichten. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie uns heute hier willkommen heißen. Ich bin tief beeindruckt von der couragierten Arbeit, die Sie und ihre KollegInnen leisten, und schätze diese sehr.
Gestern unterhielt ich mich mit einer Gruppe Jugendlicher in Kinshasa und ich sagte, dass wir hier in Afrika das Schlechteste und auch das Beste der Menschheit sehen. Beides haben wir hier in Goma gesehen. Meine Delegation und ich haben uns bereits im Vorfeld dieser Reise viele Gedanken darüber gemacht, was wir tun können, um die weiteren Anstrengungen zur Beendigung des Konflikts und der Gewalt, die dieses Land heimgesucht haben, zu unterstützen und dem kongolesischen Volk, das genug gelitten hat, zu helfen.
Ich habe mich gerade eben mit zwei Opfern von sexuellen Übergriffen unterhalten. Die Gräueltaten, die diese Frauen durchgestanden haben, stehen für die Gräuel, die so viele erdulden mussten, und sind das Böse in seiner niederträchtigsten Art. Die Vereinigten Staaten verurteilen diese Übergriffe und all jene, die sie verüben oder dazu Beihilfe leisten. Außerdem sagen wir der Welt, dass diejenigen, die die Zivilbevölkerung mit systematischen Vergewaltigungen terrorisieren, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig sind.[...]

RednerIn: (gedolmetschte Fassung): Frau Außenministerin, Frau Botschafterin, wir haben eine lange Zeit auf diesen Augenblick gewartet und wir -- für das Engagement im Kampf gegen sexuelle Gewalt [sic!]. Wir brauchen Frieden, wir brauchen Sicherheit. Ich glaube, dass das die höchste aller Prioritäten ist, um die Spirale der Gewalt zu beenden.
Die Militäreinsätze sind -- gehen weiter [sic!]. Doch diese Militäreinsätze sind nicht die Lösung des Problems. Daher möchten wir beim Thema Sicherheit, dass Sie -- die Staats- und Regierungschefs der Länder an den Großen Seen -- Ruanda, Kongo und Uganda -- so dass -- ihrer Verantwortung gerecht werden und ihre Bürgerinnen und Bürger schützen [sic!].
Wir alle wissen, dass es sich nicht nur um ein kongolesisches Problem handelt. Wir glauben daher, dass wir Druck auf die Nachbarländer ausüben müssen, um Frieden und Sicherheit wiederherzustellen, so dass diese Länder (unverständlich) akzeptieren und die (unverständlich) friedlich in ihr Land zurückkehren, ?
(Applaus.)

RednerIn: ... denn wir wissen, das schlimmste -- mit Dörfern, sie werden niedergebrannt, der Vielzahl an Fällen von sexueller Gewalt und anderen Problemen [sic!].
Was die Sicherheit betrifft, so ist bekannt, dass die Demokratische Republik Kongo keine republikanische Armee hat. Daher wird das Land als schwächstes Glied in der Region angesehen. Deshalb ist das Land eine echte Basis für Terroristen und wird es weiter bleiben, solange hier keine Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.
Die Lage hier ist also eine Mischung aus zivilen und militärischen aller Art [sic!]. Die Menschen würden nicht die gleichen Gesetze haben.
(Applaus.)

RednerIn: Wir bitten die Vereinigten Staaten, der Demokratischen Republik Kongo dabei zu helfen, eine republikanische Armee zu gründen, die geeint und unparteiisch ist und die den Platz der Vereinten Nationen einnehmen kann, wenn diese das Land verlassen. Diese Armee sollte außerdem durch eine Polizei ergänzt werden, bei der auch Frauen arbeiten.
(Applaus.)
»»» DAS GANZE PROTOKOLL VOM RUNDEN TISCH LESEN

12 novembre 2009 à l'hôpital de Panzi à Bukavu1
Foto (c)AFP: Im Opfer-Krankenhaus von Dr. Mugweke, einem Teilnehmer des runden Tisches

3. Radio Okapi interviewt Hillary Clinton zu ihrem Kongobesuch
Washington - Außenministerin Hillary Rodham Clinton hat den "furchtbaren Trend", dass Sexual- und Geschlechtergewalt als Kriegsmittel benutzt wird, verurteilt und sagte, dass die politischen Führungskräfte in der Demokratischen Republik Kongo und die anderen Regierungen in der Region sowie nichtstaatliche Organisationen "gemeinsame Anstrengungen" unternehmen müssten, um Sexualgewalt entgegenzutreten und diese zu verhindern.
In einem Interview mit Radio Okapi sagte Clinton am 10. August in Kinshasa, dass die Menschenrechtslage in der Demokratischen Republik Kongo "dringend verbessert" werden müsse.
Die dortige Regierung ging aus einem jahrelangen, destabilisierenden Krieg hervor und die Außenministerin erläuterte, dass die Menschenrechte "während des Krieges oft als Luxusgut angesehen" wurden. Doch sie fügte hinzu, dass "das nicht länger gerechtfertigt werden kann und mehr von der hiesigen Regierung erwartet werden muss" im Hinblick auf ihr Engagement bei der Förderung der Menschenrechte und der Bestrafung der Täter sowie beim Kampf gegen die Verletzung der Menschenrechte von Frauen.
»»» Lesen Sie hier weiter
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4. Interview mit US- Sonderbotschafterin in Frauenangelegenheiten Melanne Verveer
7. August 2009
Trotz vieler weiterhin bestehender Hindernisse machen die Frauen in Afrika Fortschritte
Auszug:
Frage: Können Sie auf dieser Reise Beispiele dafür nennen, dass die Frauen in Afrika allmählich auf gleicher Augenhöhe mit den Männern sind und sich für wirtschaftliche und gesellschaftliche Fortschritte in ihren Ländern einsetzen und diese genießen?
Botschafterin Verveer: Wir können auf einige Bereiche verweisen, in denen Erfolge erzielt wurden. Leider gibt es aber auf der Welt kein einziges Land, in dem es die Frauen geschafft hätten, im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich auf gleicher Augenhöhe mit den Männern zu sein. Bei manchen Fragen bewegt sich was, aber es gibt andere, z. B. Gewalt, bei denen Fortschritte bislang viel zu langsam erzielt worden sind. Manche Erfolge haben keinen Bestand. In vielen afrikanischen Ländern wie auch in anderen Schwellenländern der Welt hatten die Frauen einige Erfolge durch das Weltwirtschaftswachstum erzielen können. Durch die Weltwirtschaftskrise sind viele dieser neuen Arbeitsplätze allerdings verloren gegangen. Diese Rückschritte können langfristige Konsequenzen haben. Wenn sich zum Beispiel mittellose Familien dazu entscheiden, Geld zu sparen, indem sie bei der Ausbildung ihrer Töchter Abstriche machen, so könnte das dazu führen, dass künftig eine große Zahl ausgebildeter, qualifizierter Arbeiterinnen in Afrika fehlt. Allerdings gibt es auch andere Bereiche, in denen in Afrika wirtschaftliche Erfolge zielt wurden: Es wurden erfolgreich Anstrengungen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Frauen unternommen, indem Hindernisse wie fehlende Eigentumsrechte oder Regelungen, die die Teilhabe von Frauen verhindert haben, beseitigt wurden. Die Frauen machen auch große Fortschritte bei der Steigerung der Rentabilität von Kunsthandwerksbetrieben und öffnen globale Märkte für deren Produkte. Sie erhöhen das Bruttoinlandsprodukt und ihre Teilhabe an der Wirtschaft ist von großer Bedeutung für die Verringerung der Armut und den wirtschaftlichen Fortschritt.
»»» Lesen Sie hier das ganze Interview

Burkina Faso4, Alphabetisierungund Recycling,(c)AFP oct09
Burkina Faso, Frauenassoziation: Vormittags Plastikmüll recyceln, nachmittags Alphabetisierungskurse,(c)AFP oct09


Teil D: Kurze Anmerkungen zum Schluss

Wird geschrieben am 19.01.10

Nachtrag 08.07.2010: Habe ich immer noch nicht geschafft, mache ich in der momentanen Sommerpause, wohl in der ersten Augustwoche.
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