
In Frankreich liegt das "legale Renteneintrittsalter" - ohne volle Bezüge - bei 60, ab 65 geht in Rente, wer 100% haben will. Eine "umfassende Reform des Rentensystems" gehört seit Amtsbeginn 2007 zu den Beschäftigungen Sarkozys, 2008 doktorte man etwas herum, und nun ist es soweit: Am 16. Juni (so etwas passiert immer vor der Sommerpause Juli/August der Franzosen) präsentierte Arbeitsminister Eric Woerth ein Paket, mit unter vielen anderen uns auch selber bekannten Dingen dem Inhalt, die Eintrittsalter auf 62 (67) Jahre hochzusetzen. Was wir nur von anderen kennen: Ende Juni, kurz vor den Ferien, gab es nach dem Warmlaufen Ende März (
Fotoreportage "Warum Menschen wie Du und ich demonstrieren, Gesichter und ihre Geschichten" ) schon nationale Protestdemonstrationen; gestern, am 7. September, die Franzosen sind wieder aus dem Urlaub zurück, gab es den Startschuß für einen sicherlich zu erwartenden "heißen Herbst": 1,2 Millionen Demonstranten laut Polizei, 2,5 Millionen laut Gewerkschaften. Umfragen zufolge finden 67% der Franzosen die Rentenreform "nicht gerecht".

"60 Jahre für alle, und sofort für die"
Wer sich angesichts der laulauwarmen deutschen Herbste trotzdem etwas in Stimmung bringen möchte, wer mal normale Dinge sehen möchte, kann sich
hier bei der Wochenzeitschrift Marianne eine reich bebilderte Twitterreportage und
hier bei der Tageszeitung Liberation eine Fotogalerie vom ersten nachsommerlichen Widerstandstag der französischen Gewerkschaften und sozialen Bewegungen anschauen.

































