- In deutscher Übersetzung die Grundsatzrede Royals, 06/02/07, in Antwort auf den gaullistischen Appell Sarkozys
"...Graben, der zwischen den Franzosen, zwischen den Bürgerinnen und Bürgern und ihren Repräsentanten, zwischen ihren Erwartungen und dem öffentlichen Handeln stets größer wurde."
-Artikelserie Frankreich Wahlen 2007 13. Teil
Zu Teil I der Übersetzung
(Ende Teil I: ..."Das Frankreich von morgen wie das von gestern wird sich Vielfalt nennen. Und in einem gemeinsam getragenen Projekt wird sich seine Einheit schmieden. Frankreich ist verschiedenartig, vielfach, vielfarbig, gemischt und doch sehr französisch, wenn es seinen Werten treu zu sein weiss. Es ist Beschützer aller der Seinen und offen gegenüber der Welt.
Ich werde nicht zulassen, dass es kaputtgeht.")
Teil II und Ende:
Ich will ein für jede Erinnerung aufnahmebereites Frankreich, aber ich will nicht, dass unser öffentlicher Raum die Arena für memorielle Rivalitäten ist, für Konfrontationen unter dem Vorwand der Herkunft, der Hautfarbe oder des Glaubens. Um bei gleichen Rechten und Pflichten zusammenzuleben brauchen wir Regeln.
Die erste von ihnen ist die Laizität, welche Gedankenfreiheit, Gewissensfreiheit und Freiheit des Kultes respektiert.
Unsere republikanische Laizität ist die Feindin der ungleichen Behandlung. Sie bekämpft das Vorurteil, Sexismus, Rassismus und Antisemitismus.
Ihr Fundament ist das Gesetz von 1905. Es ist ein solides Fundament, dessen Gleichgewicht während der Parlamentsdebatten sorgsam abgewogen wurde.
Das Gleichgewicht, gegen das die damalige Rechte sich erfolglos entfesselte.
Der Kandidat der UMP macht kein Geheimnis aus seinem Wunsch es zu verändern. Sein Wunsch ist der Austausch der öffentlichen Finanzierung der Kultorte gegen eine verstärkte Kontrolle.
Diese anti-laizistische und spalterische Inspiration ist nicht die unsere!
Mit dem Zitieren von Jaurès, Blum und Camus - und derer Kämpfe zum Hohn - wird die Rechte nicht linker: sie lenkt einfach nur ab.
Sie versucht für die Dauer einer Wahlkampagne zu verbergen, dass sie sich bushisiert. Und das genau zu dem Zeitpunkt, wo das amerikanische Volk die Neo-Konservativen nicht mehr haben will!
Für die Dauer einer Rede ist es leicht, Guy Moquet und Achille de Peretti, Jeanne d'Arc (Johanna von Orleans) und Edouard Balladur jeweils miteinander in Verbindung zu bringen. Was aber die Verdienste der jeweils letzteren auch seien, (der jeweilige Hauptverdienst ist, der Karriere des UMP-Kandidaten geholfen zu haben): Lasst uns aber doch das rebellische Mädchen aus Lothringen und den jungen kommunistischen Widerstandskämpfer, die beide keine 20 wurden, weil sie Frankreich so sehr liebten um dafür zu sterben, lasst sie uns auf ihren richtigen, auf ganz andere Weise eminenten Platz zurückstellen.
Liebe Freundinnen und Freunde, diese Wahl ist von besonderer Art.
Wir schlagen uns gegen eine harte, aggressive, arrogante Rechte, die alles sagt und dessen Gegenteil, die aber niemals von dem für sie und für sie allein Wesentlichen abweicht: die Verteidigung ihrer Privilegien, ihrer Passierscheine, ihrer Missbräuche, ihrer Netze, ihrer Klientelen und ihrer Straffreiheit.
Eine Rechte ohne republikanisches Prinzip und ohne republikanische Tugend.
Eine Rechte, die sich, so glaubt sie, die Macht für immer angeeignet hat. Lassen wir sie es doch glauben! Sie findet ihre alte Manie wieder, zu glauben die Macht sei ihr durch Vererbung gegeben worden anstatt durch das Votum. Eben aber nein, das französische Volk wird sich in Kürze ausdrücken!
Jenen, die ein besseres Frankreich wollen, hat der Kandidat mit diesen schrecklichen Worten geantwortet: "Wenn es welche gibt, die es stört in Frankreich zu sein, dann sollen sie sich nicht daran stören , ein Land zu verlassen das sie nicht lieben."
Wisst Ihr, dass dieser Slogan der amerikanischen Rechten aus der Zeit des Vietnamkriegs entliehen wurde?
Wisst Ihr, dass das der Slogan der brasilianischen Diktatur war, die sagte: "Brasilien, liebt es oder verlasst es!" ?
Das sind also heute deren Referenzen!
Also nein, diese Sprache der Spaltung, diese gewalttätigen Worte beleidigen all jene, von Victor Hugo bis zu Charles de Gaulle, von Emile Zola bis zu Pierre Mendès-France, die Frankreich verlassen mussten, um es zu retten und wieder aufzurichten.
Diese aggressive Aufteilung zwischen legitimen Franzosen und den anderen, die zum Schweigen oder zur Abreise gezwungen werden, nein, das ist nicht das Frankreich welches wir wollen!
Sein Land zu lieben ist es besser zu wollen. Sein Land lieben ist ihm zuzuhören, es zu versammeln, zu verbessern, zu wandeln.
Ist seine Geschichte zu übernehmen und es mit weit geöffneten Augen zu lieben.
Péguy, liebte er also Frankreich nicht als er sagte: "Die kolonialen Massaker geben uns eine Art von persönlichem Schuldgefühl, eben weil wir wahrhaft französisch sind." ?
Simone Veil, Philosophin und Widerstandskämpferin, liebte sie also Frankreich nicht als sie sagte: "Die Liebe zum Vaterland muss offenen Auges sein gegenüber den Ungerechtigkeiten, den Grausamkeiten, den Lügen, den Verbrechen unserer Vergangenheit - ohne Verschleierung, ohne Unterschlagung und ohne Abzug." ?
Camus, liebte er Frankreich also nicht, als er sagte: "Es ist gut, wenn eine Nation reich genug an Tradition und an Ehre ist, um den Mut zu finden ihre eigenen Irrtümer anzuklagen." ?
Und richtigerweise fügte er hinzu: "Aber sie darf die Gründe nicht vergessen, die sie haben kann sich selber wertzuschätzen."
Liebt Frankreich oder verlasst es: aus diesen Worten wird für Frankreich nichts Gutes kommen!
Und wir, wir fordern das Recht, den Franzosen zu sagen, dass die Republik sich vor der ungebremsten Suche nach Profit für einige Wenige nicht selbst vergessen darf.
Die Männer und Frauen der Befreiung wussten aus Erfahrung, dass die Herrschaft des Geldes die Republik korrumpieren kann.
Sie wussten, dass man zur Wiederherstellung des Allgemeininteresses und des Allgemeindenkens die Macht des Geldes auf Distanz halten musste. Der General de Gaulle selbst machte zur Stunde seines Falls 1969 das Bekenntnis: "Ich befand mich im Angesicht des Feindes, den ich mein ganzes Leben lang hatte und der das Geld ist."
Er sprach von jenen aus dem eigenen Lager, die ihn verraten hatten.
Selbstverständlich spreche ich nicht vom Lohn, vom Geld der Arbeit, sondern vom leichten Gewinn. Nicht das Geld der Arbeit, sondern der gierige Profit. Nicht das Geld der Gehälter, sondern der feige Profit. Nicht das Geld des vom Unternehmer eingegangenen Risikos, sondern das der Spekulation. Die nach immer mehr gierenden Profite: mehr von Börsianern vollzogene Entlassungen, mehr Dereglementierung, mehr stock-options, mehr Privatisierungen, mehr Markt ohne Glaube und ohne Gesetz. Diese arroganten Profite, die ohne Zwänge, ohne Kontrolle, ohne Gegenmächte zu sein träumen. Jene, die viel mehr besitzen als sie in mehreren Leben ausgeben könnten, finden immer noch die Wege, das zu verstecken und zu verschleiern und sie ziehen das vergoldete Exil der Steuer des Staatsbürgers vor.
Und auf der anderen Seite das Geld der Minderbemittelsten. Derer, die es nur schwer auf die Reihe bekommen.
Welches Geld die Banken, die ihre schmalen Dispokredite auf skandalöse Art verzinsen, unverschämt bereichert.
Ja, die Gebührenpolitik der Banken, wir werden ihr ein Ende setzen, denn es ist einer der unerträglichsten Skandale, mitzuerleben wie die Banken den Hauptanteil ihres Gewinns aus den ärmsten Menschen ziehen.
Wenn es in Frankreich eine moralische Krise gibt, dann ist sie zunächst dort zu suchen. In dieser Verirrung derjenigen, die sich über jeder gemeinschaftlichen Pflicht, über jeder öffentlichen Verantwortung und über jeder nationalen Solidarität wähnen.
Und genau hier liegt der Inhalt der Präsidentenwahl:
Werden wir ja oder nein akzeptieren, dass diese neue Oligarchie durch einen der Ihren die Spitze des republikanischen Staates übernimmt?
Werden wir ja oder nein das Vertrauen wieder herstellen, Dynamik schaffen und Motivation, Energie und Hoffnung, wo die große Mehrheit der Bevölkerung sich doch ausgeschlossen fühlt von Entscheidungen und von der Verteilung des Reichtums?
Viele Manager und Unternehmenschefs sagen es selbst: diese sich deplatzierenden wahnsinnigen Finanzmassen haben nichts mit dem wahren Unternehmensgeist, nichts mit wahrer wirtschaftlicher Dynamik zu tun.
Im Gegenteil, diese Kapitale töten das Unternehmen.
Durch Egoismus und Straffreiheit ruinieren sie das Image des Erfolges, demoralisieren die Arbeit und diskreditieren das Unternehmen.
Wir werden die Franzosen mit dem Unternehmen versöhnen müssen.
Mit dem wahren Unternehmen, welches vorwärtsgeht, welches Arbeitsplätze und Reichtümer schafft, welches die Frucht der Arbeit gerecht teilt.
Das ist die Maske, die wir in dieser präsidentiellen Schlacht herunterreißen müssen.
Das ist es, was die Inszenierungen der Rechten und ihre scheinheiligen Appelle zum Zusammenschluss tarnen: die Verteidigung der Interessen einer ganz kleinen Gruppe, die nur an sich denkt und an ihre Macht.
Nicht an Frankreich, nicht an seine Bürger, nicht an seine arbeitenden Menschen.
Das ist es, warum sie um jeden Preis die Geschichte Frankreichs neu schreiben müssen und ünsere Geschichte ihrer Werte und politischen und sozialen Kämpfe entleeren.
Wir, wir vergessen nichts und wir führen diesen noch immer unvollendeten Kampf der Franzosen für wahrhaftige Freiheit, wahrhaftige Gleichheit und wahrhaftige Brüderlichkeit weiter.
An diesem Jahrestag des sechsten Februars 1934, wo aufwieglerische Verbände sich gegen die Republik lehnten und wo sich auf der Straße Ellenbogen unter Ellenbogen gehakt jene Einheit der Kräfte der Linken knüpfte, die später in die Volksfront Front Populaire mündete, an diesem Jahrestag will ich nicht vergessen zu sagen, dass eine gegen die "Schwatzbude" genannte Republik sich entfesselnde Rechte auch die Rechte war, die den sozialen Errungenschaften von 1936 die Niederlage von 1940 anzuhängen versuchte.
Das, seien wir doch nicht kurzen Gedächtnisses, war die hauptsächlich gegen Léon Blum in seinem Prozeß 1942 gerichtete Anklage. Blum antwortete seinen Richtern, und das hat im heutigen Kontext nichts von seiner Aktualität verloren: "Sie werden uns aus der Geschichte dieses Landes nicht verjagen können. Wir haben zu einem besorgniserregenden Zeitpunkt die wahrhafte Tradition unseres Landes personifiziert und gestärkt - welche die demokratische und republikanische Tradition ist. Wir sind seit der Französischen Revolution in der Tradition dieses Landes. Wir sind nicht ich weiss nicht welcher monstruöser Auswuchs in der Geschichte dieses Landes, ganz einfach weil wir eine vom Volk geliebte Regierung waren."
Es ist dieser gleiche Geist, der auf den Antillen jene großen Persönlichkeiten unseres gemeinsamen Kampfes gegen Sklaverei und Kolonisierung Louis Delgrès, die Mulâtresse Solitude, Frantz Fanon und Aimé Césaire inspirierte, der mir heute die Ehre seiner Unterstützung gibt.
Wegen dieser ganzen Geschichte will ich nicht, dass Frankreich sich vor dieser jugendlichen und breiten Vitalität erschreckt, die in unseren Vorstädten ihren Ausdruck sucht. Ich will kein Frankreich, das sich erschreckt vor den Worten der Rapper, vor ihrer bissigen Chronik des Lebens in diesen Vierteln, vor ihrem Hunger nach Respekt und Gleichheit. Auf ihre Art nehmen sie die provokatorische und libertäre Tradition des französischen Volksliedes wieder auf.
Unserer Geschichte treu sein und aus ihr Lehren ziehen, das ist in unserer verstörten Welt den imperialistischen Abenteuern wie dem im Irak geführten Krieg Hindernisse in den Weg zu legen. Denn sie kommt kraftvoll zurück, diese Illusion, man könne Demokratie mit Kanonen erzwingen. Heute ist "der Krieg zwischen dem Guten und dem Bösen" die neue Version der "zivilisatorischen Mission des Abendlandes". Diese Illusion führt in das Desaster: zur Relativierung der Werte auf die man sich beruft. Zur tolerierten Folter, zu Geheimgefängnissen, zu rechtlosen Häftlingen, zur Entwürdigung der Völker, die man zu überzeugen vorgibt und schließlich zum Terrorismus, den man zu bekämpfen vorgibt.
Wo aber wäre Frankreich heute, wenn jener, der sich seine Salbung bei Bush holen ging, an der Verantwortung gewesen wäre? Frankreich wäre im Irak-Krieg.
Denn die Geschichte ist niemals nur eine tote Vergangenheit.
Sie beleuchtet und führt die Gegenwart.
Unsere Geschichte ist aus sich vermischenden Kulturen und Identitäten gemacht, die sich beeinflussen, die seit langer Zeit ineinander greifen und die unter dem Strich jenes Frankreich formen, das wir lieben.
In der heutigen Welt ist solcher Reichtum einzigartig.
Das ist keine Bürde, es ist eine Chance. Eine großartige Chance.
Also ja, mit Eurer Mitsprache werde ich Frankreich erheben!
Daran werde ich mich während dieser ganzen Kampagne erinnern. Ich werde mich nicht auf das Terrain derer begeben, die die Sprache der Provokation und der Beleidigung händeln und ich fordere Euch auf, dies auch nicht zu tun. Ich überlasse denen diese überholte Konzeption von auf männlichen Schlagabtausch reduzierter Politik. Die Franzosen sprechen dies aus, wenn sie mehrheitlich sagen, die Debatte sei nicht auf dem Niveau einer Präsidentschaftswahl.
Aber Frankreich ist weder der Bewegung noch politischer Ideen überdrüssig, es ist gegen die Immobilität aufgebracht.
Auf der Rechten schlägt man ihm einen großen Sprung nach hinten vor: der haltlose Liberalismus als unüberschreitbarer Horizont, forcierte Rückkehr des Autoritarismus, sozialer Rückschritt, internationales Antreten in einer Reih und Glied, demokratische Schwächung und die Konfiszierung der Macht durch eine kleine ökonomische, politische und mediatische Gruppe.
Auf der Linken - was ich den Franzosen vorschlage, ist gemeinsam voranzugehen getreu allem Besten, was Frankreich hat. Es ist, ich sagte es, gerechte Machtausübung, es sind ausbalancierte Regeln, die den Markt zivilisieren. Es ist öffentliche Macht, die ihre gesamte Rolle einnimmt. Es ist sozialer Fortschritt und es ist Investition in das Humankapital, denn heutzutage liegt der anhaltendste Marktvorteil dort. Es ist eine Stimme, die man in der Welt hört, weil unsere Taten endlich mit unsren Werten übereinstimmen werden. Es ist eine durch die Teilnahme der Franzosen vitalisierte Demokratie, es ist eine gerechte Ordnung im Dienst eines kämpfenden und sich wieder aufrichtenden Frankreichs.
Es ist eine gerechte Weltordnung, die in ihre Regeln die sozialen und Umweltnormen einbaut und die den Abstand zwischen den reichen und den armen Ländern verringert.
Liebe Freundinnen, liebe Freunde,
Übermorgen werden nach Aufruf ihrer Gewerkschaften die Staatsbediensteten, jene, die ihm Dienste aller stehen, sich im Lande zu hören geben. Ihre Befürchtungen sind begründet. Die Rechte verspricht, einen von zweien in die Rente gehenden Beamten nicht zu ersetzen, aber wo wird sie die Stellen abbauen? Gibt es zu viele Lehrer, zu viele Krankenschwestern, Polizeibeamte, Gendarmen, Richter? Zu viele Bedienstete der Kommunen, der Departements, der Regionen, die jeden Tag im Kontakt mit der Bevölkerung sind? Gibt es in diesem Land zu viel Kultur?
Hört man diese permanente Diskreditierung derjenigen, die sich dem Dienst an der Öffentlichkeit widmen, so erkennt man diesen alten Mißtrauensreflex gegenüber der öffentlichen Macht wieder, den die Besitzenden immer demonstrieren. Die Anzahl der Staatsdiener und die Steuern abbauen, das ist seit 100 Jahren ihr Programm!
Nun gut, es ist aber nicht unser Programm, denn wir sind leidenschaftlich für den Dienst an der Öffentlichkeit, für seine Effizienz und für den Respekt derer, die seine Missionen auf dem Terrain zum Leben bringen.
Diese Präsidentschaftswahl hat die Zukunft des Landes zum Einsatz.
Sie ist Geschichte und Angelegenheit eines Volkes, sie ist Schicksal einer Nation.
Wir verteidigen die Republik.
Wir wollen die Demokratie.
Wir lieben das vorwärtsschreitende und sich versammelnde Frankreich.
Mit Eurer Stimme werde ich Frankreich höher heben durch den Aufbau einer neuen Republik, die die individuellen Freiheiten ausweitet und die kollektiven Sicherheiten verstärkt. Einer Republik, die die Rechte und Pflichten wieder ins Gleichgewicht bringen wird. Einer Republik der Solidarität und der Verantwortung. Einer Republik des Fortschritts für alle und des Respekts für jeden.
Einer Republik des eingelösten Versprechens.
Mit Eurer Stimme werde ich Frankreich höher heben durch Rückgabe ihres wahren Wertes an die Arbeit: die der Arbeiter, der Angestellten, der leitenden Angestellten, der Landwirte, Handwerker, Händler und Unternehmenden. All derer, die heute hart arbeiten, die heute Arbeit fordern, die heute von ihrer Arbeit nicht würdig leben können, denn der Skandal unserer Zeit, der ist da.
Der Skandal liegt nicht in der den Franzosen unterstellten Faulheit, nicht in ihrer maßlosen Liebe des sozialen Beistands.
Was die Franzosen wollen, seien sie lohnabhängig oder selbstständig, seien sie Arbeitslose oder Sozialhilfeempfänger, das ist ihr Leben beherrschen zu können, Akteure ihres Lebens zu sein, eine Arbeit zu finden die ihnen ihre Würde zurückgibt. Das ist nicht der Krieg aller gegen alle und nicht das Durchwursteln eines jeden Einzelnen für sich allein.
Aber die Rechte, deren Inkompetenz man niemals genug anklagen kann, hat die Wirtschaftsmaschine blockiert und weiss nicht sie wieder in Gang zu setzen. Wir sind es, die die Wirtschaftsmaschine wieder in Gang bringen werden und die so Arbeitsplätze und dauerhafte Anstellung geben können werden - gesicherte und anständig bezahlte Arbeit. Denn vor allem sind es die Prekarität, die schlecht bezahlte Arbeit und die Unsicherheiten jedweder Art, die den Wert der Arbeit beschädigt haben. Das ist sie, die Bilanz der Rechten.
Mit Eurer Stimme werde ich Frankreich hinaufheben, indem ich seiner gesamten Jugend eine Zukunft wiedergeben werde. Denn ein Land, das seiner Jugend kein Vertrauen entgegenbringt, das seiner folgenden Generation seiner Willkommenspflicht nicht nachkommt, das ist ein Land, welches an sich nicht mehr glaubt und welches sich mit seinem Niedergang abfindet.
Wir werden Frankreich aufrichten, indem wir es gegen die Diskriminierungen aufstellen und gegen diese sinnlose Talentverschwendung, die daraus entspringt. Indem wir den jungen Forschern, von denen heute so viele gezwungen sind ins Ausland zu wechseln, die Mittel zu korrekter Arbeit geben werden. Jene, die den Abgang der jungen Diplomierten ins Ausland beweinen, was haben sie getan, diese hierzubehalten?
Was haben sie mit den Forschungslabors gemacht? Mit der Wettbewerbsfähigkeit? Sie haben sie kaputt gemacht, sie haben den Staat und die Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen heruntergefahren.
Ja, mit uns werden die grauen Zellen zurückkommen und Frankreich wird keine Angst mehr haben, der Welt wie sie ist ins Angesicht zu schauen.
Das ist ein schöner Kampf, in den wir uns begeben haben.
Um ihn zu gewinnen, brauche ich jede und jeden unter Euch. Eure Phantasie, Eure Energie und Eure der Linken eigenen Fähigkeit zur Revolte. Eure Überzeugungskraft, Eure Unterschiede und Eure Einheit.
Nichts in der Politik ist gewonnen, alles gewinnt sich.
Wie im Leben gibt es auch in der Politik kaum Zufälle und überhaupt keine Wunder: die Chance baut man auf, der Sieg geht an jene, die ihn mit mehr Kraft und Entschlossenheit gewollt haben.
Wir wollen ihn nicht für uns, sondern um ein neues Frankreich aufzubauen.
Ein Grund mehr, einen Eifer auf der Höhe des Einsatzes hineinzulegen, und das ist es, was ich heute Abend hier sehe!
Ich bitte Euch jetzt, überall hinzugehen und allen Menschen zu begegnen. Bleiben wir den Franzosen zu Gehör! Seien ihre Sorgen die unseren, seien ihre dringenden Sorgen die unseren, seien ihre Hoffnungen die unseren.
Lasst uns unseren Werten treu bleiben, lasst uns die überholten Dogmen beiseite stellen. Lasst uns der Linken diese Emanzipationskraft wiedergeben, die ihr Daseinsgrund ist und diese Anziehungskraft, die in den großen Momenten der Geschichte die Franzosen zu versammeln wusste.
Ja, mit Euch, mit mir die ich Euch so sehr brauche, alle zusammen für ein sich aufrichtendes, vorwärtsgehendes, eroberndes Frankreich!
Vorwärts für das sich ändernde Frankreich!

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