Zwei Artikel aus: http://www.tv5.org/TV5Site/info/sommaire-6-Afrique.htm , eigene Übersetzung
Die Kostenfreiheit der Antiretroviralen ändert das AIDS-Bild in Afrika
PARIS (AFP) 1.12.2007
Das Bild der Krankheit auf dem von der Seuche hart getroffenen Kontinent beginnt sich zu verändern aufgrund des leichteren Zugangs zu Behandlungen, vor allem der Kostenfreiheit antiretroviraler Medikamente (ARV) in einigen Ländern, und aufgrund der Dezentralisierung der medizinischen Versorgung in ländliche Gebiete hinein.
"Wenn heute jemand hört, er ist HIV-positiv, dann ist das nicht mehr das Bild vom Tod. Wir können das Wort in den Mund nehmen", erläutert der kameruner Anthropologe Severin Cecile Abega.
Die seit dem ersten Mai dank der Hilfe des Weltfonds in Kamerun eingerichtete kostenlose Verteilung der ARV, von der bereits im Juni 37.000 HIV-infizierte/AIDS-kranke Personen profitierten, hat das Bild der "Krankheit, die das Fett wegsaugt" - wie es in Fulfulde, einer der afrikanischen Sprachen des Landes heißt - modifiziert.
Auf Plakaten in Distriktkrankenhäusern abseits der großen Städte sieht man abgemagerte Patienten, die ihre Kraft wiederfinden, weil sie ihre Tritherapie (drei Wirkstoffe in einer Pille) gut befolgen.
"seit der Kostenfreiheit der Medikamente ist es im Krankenhaus nicht mehr wie früher. Die Leute sprechen untereinander, auch die schwangeren Frauen. Aber die Angst vor Zurückweisung bleibt noch bestehen", berichtet die Aktivistin Pauline Mouton, die als freiwillige Helferin bei der Bekanntgabe der Diagnose das Personal in einem Krankenhaus der Hauptstadt Yaounde unterstützt.
siehe auch: +++ Afrika: Nicht nur zu Weihnachten +++
Die Bereitschaft, für Aidskranke zu spenden, ist groß. Hilfreicher ist ein langfristiges Engagement zum Aufbau von Gesundheitssystemen. Aus: Zeit-online
In den letzten zwei Jahren verdreifachte sich die Zahl der mit Tritherapie Behandelten. Das entspricht einem Drittel der Erwachsenen, die einer Medikation dringend bedürften.
Aber die Kosten für Krankentransporte in die Behandlungszentren und für die Untersuchung bleiben ein Hindernis - wie auch der Zulauf zu "Wunder" versprechenden Marabuten, klagen Krankenverbände.
Das Land Malawi startete 2004 sein Programm kostenloser ARV und zählt heute 110.000 Personen, darunter 20.000 Kinder, in Tritherapie. Die Regierung will diese Zahl bis 2010 verdoppeln.
Um das Tabu um die Krankheit zu zerschlagen, haben sich Präsident Bingu wa Mutharika und Gesundheitsministerin Marjorie Nagunge öffentlich einem HIV-Test unterzogen.
In diesem 12 Millionen Einwohner zählenden Land mit nur 150 Ärzten im öffentlichen Sektor gibt es nun 144 Verteilungszentren gegenüber 36 im Jahre 2004.
Der Ärztemangel in zahlreichen Ländern Afrikas zwingt dazu, anderen Professionellen der Gesundheit mehr Verantwortung zu geben.
Im Kamerun, wo es in ländlichen Gebieten nur einen Arzt pro 30.000 Einwohner gibt, haben Krankenschwestern in etwa 100 "dezentralen Betreuungseinheiten" einen Großteil der Folgebehandlungen übernommen und schreiben selbst Rezepte für ARV aus - es sei denn, eine Kontrolluntersuchung wird fällig.
In Botswana mit 17% HIV-Positivenstartete 2001 das erste Programm mit Gratis- Medikamenten in Afrika. 90.000 Patienten, also 85% der Infizierten, werden heute behandelt. Dem nationalen Aids- Koordinierungsbüro NACA zufolge sind seit 2002 nur 8,5% der Kranken gestorben.
Patientin Francinah Moumak erzählt: "Früher starben die Menschen weg wie die Fliegen. Seit die ARV gekommen sind, hat das Leben wieder angefangen."
Tabus bestehen aber weiterhin: aus Angst vor Stigmatisierung haben 70% der Botswaner an den HIV-Tests noch nicht teilgenommen. Die Spieler der Fußballnationalmannschaft "Die Zebras" sind ins Land ausgeschwärmt, um sich öffentlich testen zu lassen und die Männer zu ermutigen, selbiges zu tun.
Gratisverteilung gibt es auch in anderen Ländern wie Senegal, Tansania, Äthiopien... und Zimbabwe, wo die Infektionsrate sogar gesunken ist. In Südafrika ist die Einrichtung der Programme sehr langsam: nur 21% der dringend zu Behandelnden bekommen die Antiretroviralen.
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Bank for African Development BAD: "AIDS kann die Entwicklungschancen Afrikas unterminieren."
TUNIS (AFP) 1.12.2007
Dies ließ die afrikanische Entwicklungsbank BAD am Sonnabend in einem Kommuniqué verlauten. Die BAD unterstrich ihre Implikation in den Kampf gegen die Seuche.
Vizepräsidentin Zeinab El Bakri erklärte: "AIDS kann die Entwicklungschancen kompromittieren, die sich gerade in Afrika auftun, wo viele Länder eine deutliche Verbesserung ihrer ökonomischen und politischen Situation verzeichnen."
Frau Bakri nahm in Tunis mit Finanzpartnern der BAD und verschiedenen NGOs an einer Konferenz zum Weltaidstag teil.
Mit nur 10% der Weltbevölkerung, so sagt sie, zähle das subsaharische Afrika 63% der weltweit Infizierten.
Tah Asongwed, ein hoher Funktionär der Bank, gab auf der Konferenz seinem Wunsch Ausdruck, die infizierten Beamten der BAD mögen sich outen, um den Kampf gegen die Seuche innerhalb der multilateralen Finanzinstitution voranzubringen.