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Aids

  • Zum Weltaidstag 2010: Über den homophoben evangelikalen Kreuzzug - Doku-Video

    aids_schleife"Ich bin aus dem Schneider, aber meine Freunde...", meint der (anglophone) ugandische Homosexuellenaktivist Usaam Mukwaya Auf (Hauptfigur des Videos unten), als ihm in Frankreich wegen der Schwulenjagden in seinem Land politisches Asyl gewährt wird. Zum diesjährigen Weltaidstag bin auch ich aus dem Schneider, habe ich doch seit Gründung meines Afrikainfoblogs vor 13 Monaten dort schon 28 Beiträge zum Thema aids veröffentlicht, positive wie negative und einige aus mehreren Artikeln bestehend. Zu den vergangenen vier Weltaidstagen hatte ich hier in diesem Blog bunt berichtet, also...

    ... also bleibt mir Raum, mal ein Thema am Rande anzuschneiden, dass mir schon länger auf den Nägeln brennt, weil ich letzterdings im Rahmen einiger Menschenrechtekampagnen auf dem Islam "herumgehackt" habe, wobei andere Religionen automatisch indirekt besser aussehen.

    Zwar ist aids weitaus kein rein homosexuelles Problem, doch ganz trennen kann man das eine vom anderen auch heute noch nicht, insbesondere da auch fundamentalistische Christen ihre Hassattacken gegen Homosexuelle unter anderem mit aids begründen. Bekannt geworden damit ist dieses Jahr Uganda, wo ein Gesetzentwurf inklusive Todesstrafe,

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  • Afrikas Frauen: Über "kleine" Belästigungen und üble Diskriminierung - Aids in Simbabwe, Frauentaxis in Kairo

    1. Ägypten: Frauentaxis, um der Belästigung zu entgehen
    En Egypte, des taxis pour femmes afin d'éviter le harcèlement

    2. Isoliert und beschimpft: Simbabwerinnen sind doppelt Opfer von Aids
    Isolées et insultées, les Zimbabwéennes doublement victimes du sida

    Harare, Simbabwe, Weltaidstag 2005, (c)AFP
    Foto: (c)AFP: Frauendenmonstration am Weltaidstag 1.12.2005 in Harare, Simbabwe
    Des femmes défilent dans les rues d'Harare lors de la journée mondiale de lutte contre le sida, le 1er décembre 2005

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  • Weltaidstag in Südafrika: Nkosi's Hafen, für immer mehr Aidswaisen

    AKTUALISIERUNG 1.12.:
    Und schon gibt es sogar eine gute Fortsetzung des folgenden Artikels, siehe
    »»» Aids: Südafrika erweitert die Behandlung von Babys und Müttern

    Seit wenigen Jahren erst hat sich die Aidssituation global immerhin zu "es gibt Fortschritte, es bleibt aber noch mehr zu tun" entwickelt. In diesem Sinn möchte ich zum diesjährigen Weltaidstag noch diese kleine, halb miserable, halb positive Geschichte aus Südafrika beisteuern. Es ist eine Depesche vom südafrikanischen Korrespondenten der AFP, die deutsche Übersetzung ist von mir. Signifikant für mich ist, dass Südafrika nicht zu den ärmsten Ländern zählt, dass Politik, je nachdem wie sie angelegt ist, dies oder das erreichen kann, dass unangegangene Probleme immer zu neuen Problemen führen (was ja auch beim Klimawandel so sein wird, zum Beispiel mit den Flüchtlingen), und dass beim Kampf gegen Aids die Zivilgesellschaft eine genau so große Rolle spielt wie die ohne sie impotente große Politik (was ich mir beim Klimaproblem auch wünsche).

    Die Zahl der Aidswaisen in Südafrika steigt konstant
    Le nombre d'orphelins du sida en Afrique du Sud en augmentation constante

    JOHANNESBURG (AFP) - 30.11.2009 08:27

    Johannesburg, Aidswaisen1Während die Verbreitung von Aids sich in Düdafrika in Grenzen zu scheinen hält, steigt die Anzahl der Aidswaisen unaufhörlich und erreichte im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Kinder - den Verbänden zufolge wegen der Verspätung des Landes im Kampf gegen die Seuche. Gail Eddy, Forscher am Institut der Beziehungen zwischen den Rassen: "Man schätzt, dass bis 2015 5,7 Millionen südafrikanische Kinder (also 32% aller Kinder) aufgrund von Aids einen oder beide Elternteile verloren haben werden."
    Alors que la propagation du sida en Afrique du Sud semble marquer le pas, le nombre d'orphelins du sida ne cesse d'augmenter et atteignait l'année dernière 1,5 million d'enfants en raison, selon des associations, du retard pris dans la lutte contre la pandémie.
    "On estime que d'ici 2015 environ 5,7 millions d'enfants en Afrique du Sud (soit 32% d'entre eux) auront perdu un ou leurs deux parents à cause du sida", souligne Gail Eddy, chercheur à l'Institut des relations entre les races.

    Diese Zahl entspricht genau der der heute Infizierten in Südafrika, der ersten Wirtschaftsmacht des afrikanischen Kontinents und des Landes mit den meisten Seropositiven auf der Welt. Die Seuche, die im subsaharischen Afrika zu insgesamt 14 Millionen Aidswaisen geführt hat, berührt die Kinder direkt: viele von ihnen übernehmen Verantwortngen von Erwachsenen, indem sich die größeren Geschwister um die kleineren kümmern. Gail Eddy: "Zwischen 2002 und 2007 stieg die Zahl der Kinder, die beide Eltern verloren haben, von 352.00 auf 701.000."
    Ce chiffre représente exactement le nombre total de personnes infectées aujourd'hui au sein de la première économie du continent africain, pays comptant le plus grand nombre de séropositifs au monde.
    La pandémie, qui a fait 14 millions d'orphelins en Afrique subsaharienne, touche directement les enfants et nombre d'entre eux assument des responsabilités d'adultes, les plus âgés prenant soin des plus jeunes après la mort des parents.
    "Entre 2002 et 2007, le nombre d'orphelins ayant perdu leurs deux parents est passé de 352.000 à 701.000", développe le chercheur.

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  • Aids: Erfolg ist, was nicht schlechter wird? Schwarz-Gelb setzt Zeichen.

    Soll das eine Art Leitmotiv der neuen Bundesregierung sein? Wundern täte es mich nicht, will man doch am "Erfolg" gemessen werden, dessen Messlatten auch diese "Wir haben die Kraft"- Problemlösertruppe am besten gleich von Anfang an auf Fussbodenhöhe einstellt.
    Der Zusammenhang:
    UNAIDS hat gestern den neuen Aids/HIV- Jahresbericht vorgelegt, ausführlicher Artikel inklusive zweier Graphiken 2007-2008 und einem Kommentar meinerseits siehe » hier im Afrikanewsblog.
    In Deutschland ist die Zahl der Neuansteckungen nach Angaben des RKI seit drei Jahren stabil. Für das laufende Jahr schätzen die Experten die Zahl der neuen HIV-Infektionen auf rund 3000. Rund 67.000 Menschen leben hierzulande mit dem HI-Virus, bei etwa 11.300 ist die Krankheit ausgebrochen. Das feierte Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) gestern als "kleinen Erfolg".
    Dem "KOMMENTAR · AIDS: Stabilität ist kein Erfolg" aus der südwestpresse schliesse ich mich an und sage wie jedes Jahr:

    1. Dezember Weltaidstag - Wir dürfen Aids nicht Vergessen !

    vergissaidsnicht_500x144_01

  • Die lustige Papst- Osterkarte mit bunten Überraschungseiern!

    [Artikel aus 2009]

    (+ ↓↓↓version francaise de la carte, textfree + english postcard ↓↓↓)

    Papst-Osterkarte deutsch
    KLICK VERGRÖSSERT BILD!

    Diese Fotomontage ist natürlich anläßlich der Afrikareise il Papas Benedikt 2008 entstanden. Dort sagte er in etwa, Kondome schützten nicht vor Aids, sie verschlimmerten die Probleme sogar noch.
    Das ist so dermaßen grottentief nicht lustig,
    darauf ein dreifaches

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  • 20. Weltaidstag | Journée mondiale de lutte contre le Sida

    01.12.08.

    (Audioreportage en francais en bas ↓↓)

    INTERNATIONAL, AKTIV, LEBENDIG

    Colombo-Sri Lanka(AFP)Bichkek-Kirgistan(AFP)Jakarta(REUTERS-Dadang Tri)

    Vielfältig und zahlreich mobilisierten sich heute wieder überall auf der Welt Opfer der Krankheit und Antiaidsaktivisten mit der Mahnung, weiter zu kämpfen und stärker und besser zu kämpfen. »» Hier könnt Ihr einen Artikel (Die Welt) aus dem August zur Eröffnung der mit 30.000 teilnehmenden "Spezialisten" erfolgreichen Weltaidskonferenz 2008 in Mexiko sehen, mit links zu Videos und weiteren Artikeln, insbesondere diesem: »»» AIDS - FATALE IRRTÜMER HALTEN SICH HARTNÄCKIG
    Zu den Pariser Demonstranten gehörten nicht nur die sehr kämpferische Homosexuellenorganisation » Act up! , sondern nun auch Sarkozys Gattin Carla Bruni: jeder ist willkommen dabei, jeder wird gebraucht!
    :roll:
    Meine bisherigen Artikel mit vielen Informationen, Bildern und den Schwerpunkten arme Länder könnt Ihr in der Spalte links unter dem Stichwort Aids/HIV anklicken.
    »»»UND: "Ärzte ohne Grenzen: HIV - Kleinkinder ohne Schutz

    Paris- Demo von Act up(REUTERS-Jacky Naegelen)Carla-Bruni Sarkozy Weltaidstag08(AFP)

    30 millions de personnes sont atteintes du Sida dans le monde. Le taux d'infection est en baisse, mais il faut lutter contre la stigmatisation des malades. Anaka Coulibaly est responsable de l'ONG ACONDA à Abidjan.
    »»» Audiointerview par Deutsche Welle World

  • 2,1 Millionen HIV-Kinder und 15 Millionen Aids-Waisen in 2007

    04.04.08 Von den letzteren sind es 12 Millionen alleine im Afrika südlich der Sahara. Die Tendenzen, über die ich hier am Weltaidstag 2007 berichtet habe, laufen weiter: auch deutlich mehr Mittel werden eingesetzt und Erfolge werden erzielt. Wer wird schneller sein? Die Lage laut einer von UNAIDS, UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation WHO gestern vorgelegten Studie:

    HIV-Kinder 2007


    aus AFP-Meldung, GENF, 03.03.08 -

    Rund 290.000 Kinder unter 15 Jahren starben in 2007 weltweit an Aids. 2,1 Millionen sind HIV-positif. !5 Millionen Kinder haben wegen Aids keine Eltern mehr, davon 12 Millionen im subsaharischen Afrika.

    23% nur der 350.000 HIV-infizierten schwangeren Frauen bekommen antiretrovirale Medikamente, die die Übertragungsrisiken an das Baby verringern. Der prozentuale Anteil der behandelten Schwangeren stieg aber zwischen 2005 und 2006 schon um 60%; die Zahl der mit Antiretroviralen behandelten infizierten Kinder stieg in diesem Zeitraum von 75.000 um 70% auf 127.000.
    Wunderbar, es sind aber über 2 Millionen.

    Demonstrant in Accra 100208Die Mehrzahl dieser Kinder wurden vor der Geburt, bei der Geburt oder beim Stillen infiziert.
    Allerdings bilden die 15-24jährigen mit 40% die größte Gruppe bei den neuinfizierten Erwachsenen.

    21 Entwicklungsländer, im Vorjahr waren es nur 11, sind auf dem Weg, bis 2010 das Ziel 80%
    von Behandlungen bei Mutter-Kindübertragung zu erreichen. Darunter Benin, Brasilien, Botswana, Südafrika, Thailand, Namibia.

    Die eingesetzten Mittel stiegen 2007 von zuvor 6,1 Milliarden auf rund 10 Milliarden Dollar, sind aber laut Bericht bei weitem immer noch nicht ausreichend.

    Kommentar: Aids ist keine "Geißel der Menschheit". Aids ist der Test, ob die Menschheit überhaupt das ist, was sie selber so stolz mit diesem Begriff verbindet. Oder nur eine weitere Tierart mit Bewußtsein, Politik, Philosophie, Technik, Kunst und Kultur, die ihre Schwächsten verrecken läßt und zu- oder wegschaut, wie es immer mehr werden.
    Soeben läuft der NATO-Gipfel in der Ukraine. Für deren Zwecke sind ganz andere Summen, und auch ganz anderes Medieninteresse, reichlich vorhanden.

    tab(caglecartoons)-210806

    von: tab (caglecartoons), 21.08.06
    Oben: Krieg gegen den Terror -- Unten: Krieg gegen AIDS

    Meine vier Aids-Beiträge zum Mitnehmen:Meine 4 Aids-Beiträge


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    technorati-tags:

  • Weltaidstag I: Lage wird schlimmer und besser

    Zahlreiche Demonstrationen und Aktionen auf der ganzen Welt füllten den vorgestrigen Weltaidstag 2007.
    Der chinesische Ministerpräsident Hu Jintao (in China sind 30-50 Mio. HIV-infizierte möglich, siehe unten), schüttelte einer Kranken für die Seite 1 in den Zeitungen sogar die Hand - in diesem Land wohl eine hervorragende Geste.
    In Afrika gibt es Fortschritte im Kampf gegen die Seuche (siehe Artikel II), aber die Leitfigur Südafrikas, dem mit 5,5 Mio Infizierten weltweit am stärksten betroffenen Land, Nelson Mandela warnte auf einem Solidaritätskonzert in Johannesburg: "Es alarmiert zu sehen, dass in diesem Land (mit einem sehr langsamen Hilfeprogramm) auf jeden, der eine Behandlung erhält, vier Neuinfizierte kommen." Er rief Südafrika, wo nur 21% medikamentös versorgt werden - beschämend gegenüber Erfolgen in ärmeren Ländern - auf, "den Kreis mit ambitionierten Programmen zu durchbrechen."
    Im streng muslimischen Indonesien startete die erste Kampagne für Präservative.

    (Quelle aller Informationen: ein Dossier von tv5.org nach AFP - Meldungen)

    aids2007

    Fett: HIV/AIDS, Kursiv: Tote

    Den neuesten Zahlen von UNAIDS zufolge sind weltweit HIV-infiziert oder aidskrank: 33,2 Mio (30,6 - 36,1 Mio) Menschen, davon 2,5 Millionen Kinder unter 15 Jahren und 15,4 Mio erwachsene Frauen (in Afrika 61%). Tote gab es 2,1 Millionen, davon 330.000 Kinder.

    Es gibt aber auch viele Fortschritte:

    Der Direktor des „Weltfonds zum Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria“ (unter dem Dach der UNO) Michel Kazatchkine berichtete am Freitag auf einer Pressekonferenz: "Der Weltfonds ermöglicht 2007 die Finanzierung der Behandlung von 1,4 Mio. Infizierten. Das ist eine Verdoppelung gegenüber 2006."

    Gegenwärtig finanziert der Fonds weltweit ein Viertel der Behandlungen. So bilden z.B. im Senegal die 151 Mio. Dollar des Fonds ein Drittel des strategischen Finanzplanes 2007-2011 für den Kampf gegen AIDS.

    Seit seiner Gründung 2002 hat der öffentlich-private Fonds, zu dem 60 Regierungen und Organisationen beitragen, mit 9,9 Milliarden Dollar 520 Gesundheitsprojekte in 136 Entwicklungsländern unterstützt.

    Nächstes Wochenende findet der seit sieben Jahren erste EU - Afrika Gipfel in Portugal statt. Fakten schaffen, und noch mehr Fakten - keine Absichtserklärungen und Alibiaktionen mehr!!

    übersetzt aus: tv5.org

    PEKING (AFP) 30.11.2007

    "Heute sind zwischen 30 und 50 Millionen Chinesen substantiellen Kontaminationsrisiken durch den HIV- Virus ausgesetzt. Das zeigt das Potenzial und die Größe des Problems in der Zukunft."
    So warnte der Vertreter von UNAIDS in China, wo die Übertragung durch Geschlechtsverkehr immer umgreifender wird, Bernhard Schwartländer, am Vorabend des Weltaidstages.

    Peking11juli2007

    Anti-Aids Kampagne in Peking, Juli 2007

    Er warnte vor vorzeitigem Optimismus: in 2007 bestehe die Gruppe der Neuinfizierten aus 44,7% auf heterosexuellem Weg Kontaminierter, gegenüber 42% durch Drogeninjektion und 12,2% durch homosexuellen Verkehr. Das sei ein besorgniserrender Faktor.

    Der chinesische Gesundheitsminister veröffentlichte am Donnerstag eine Schätzung, nach der 700.000 Personen HIV-infifiziert oder aidskrank seien und der Anstiegsrhytmus der Epidemie sich verlangsamt hätte.

    "Vielleicht sehen wir weniger Kontaminierungen als in den vergangenen Jahren", so Schwartländer, "aber das kann sich sehr schnell ändern."

    Nur noch ein Jahr bis zum nächsten Weltaidstag! Zeit zu erklären: Solidarität ist kein Fass ohne Boden. Das Fass ohne Boden ist, wenn nicht noch mehr und weitergekämpft wird.

    Meine vier Aids-Beiträge zum Mitnehmen:Meine 4 Aids-Beiträge

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  • Weltaidstag II: Afrika zwischen Erfolgen und andauernder Stigmatisation

    zu "Weltaidstag I"

    Nächstes Wochenende findet in Portugal, sofern Großbritannien ihn wegen der Teilnahme Zimbabwes nicht schon wieder platzen lässt, der seit sieben Jahren erste, unglaublich wichtige EU- Afrika - Gipfel statt: der "vergessene Kontinent" kämpft mit vielen bemerkenswerten Fortschritten auf allen Fronten gegen den Untergang. Eines der großen Probleme ist nach wie vor AIDS.

    So verzeichnet man bei Aufklärung und Kampf gegen den Virus durch zunehmende Verbreitung kostenloser Medikamente durchaus Verbesserungen der Situation, stigmatisiert sind die Kranken trotz des Massencharakters der Seuche aber in vielen Gegenden immer noch. Die afrikanische Entwicklungsbank BAD warnt, eine weitere Ausbreitung von AIDS könne die jungen wirtschaftlichen Erfolge des Kontinents kompromittieren und ein hoher Verantwortlicher rief alle HIV-infizierten Mitarbeiter der Bank sogar auf, sich zu outen - im Kampf gegen das Stigma.

    Abidjan1dez07

    Anti-AIDS Aktivisten in Abidjan

    Zwei Artikel aus: http://www.tv5.org/TV5Site/info/sommaire-6-Afrique.htm , eigene Übersetzung

    Die Kostenfreiheit der Antiretroviralen ändert das AIDS-Bild in Afrika

    PARIS (AFP) 1.12.2007

    Das Bild der Krankheit auf dem von der Seuche hart getroffenen Kontinent beginnt sich zu verändern aufgrund des leichteren Zugangs zu Behandlungen, vor allem der Kostenfreiheit antiretroviraler Medikamente (ARV) in einigen Ländern, und aufgrund der Dezentralisierung der medizinischen Versorgung in ländliche Gebiete hinein.

    "Wenn heute jemand hört, er ist HIV-positiv, dann ist das nicht mehr das Bild vom Tod. Wir können das Wort in den Mund nehmen", erläutert der kameruner Anthropologe Severin Cecile Abega.

    Die seit dem ersten Mai dank der Hilfe des Weltfonds in Kamerun eingerichtete kostenlose Verteilung der ARV, von der bereits im Juni 37.000 HIV-infizierte/AIDS-kranke Personen profitierten, hat das Bild der "Krankheit, die das Fett wegsaugt" - wie es in Fulfulde, einer der afrikanischen Sprachen des Landes heißt - modifiziert.

    Auf Plakaten in Distriktkrankenhäusern abseits der großen Städte sieht man abgemagerte Patienten, die ihre Kraft wiederfinden, weil sie ihre Tritherapie (drei Wirkstoffe in einer Pille) gut befolgen.
    "seit der Kostenfreiheit der Medikamente ist es im Krankenhaus nicht mehr wie früher. Die Leute sprechen untereinander, auch die schwangeren Frauen. Aber die Angst vor Zurückweisung bleibt noch bestehen", berichtet die Aktivistin Pauline Mouton, die als freiwillige Helferin bei der Bekanntgabe der Diagnose das Personal in einem Krankenhaus der Hauptstadt Yaounde unterstützt.

    siehe auch: +++ Afrika: Nicht nur zu Weihnachten +++
    Die Bereitschaft, für Aidskranke zu spenden, ist groß. Hilfreicher ist ein langfristiges Engagement zum Aufbau von Gesundheitssystemen.
    Aus: Zeit-online

    In den letzten zwei Jahren verdreifachte sich die Zahl der mit Tritherapie Behandelten. Das entspricht einem Drittel der Erwachsenen, die einer Medikation dringend bedürften.
    Aber die Kosten für Krankentransporte in die Behandlungszentren und für die Untersuchung bleiben ein Hindernis - wie auch der Zulauf zu "Wunder" versprechenden Marabuten, klagen Krankenverbände.

    Das Land Malawi startete 2004 sein Programm kostenloser ARV und zählt heute 110.000 Personen, darunter 20.000 Kinder, in Tritherapie. Die Regierung will diese Zahl bis 2010 verdoppeln.
    Um das Tabu um die Krankheit zu zerschlagen, haben sich Präsident Bingu wa Mutharika und Gesundheitsministerin Marjorie Nagunge öffentlich einem HIV-Test unterzogen.
    In diesem 12 Millionen Einwohner zählenden Land mit nur 150 Ärzten im öffentlichen Sektor gibt es nun 144 Verteilungszentren gegenüber 36 im Jahre 2004.

    Der Ärztemangel in zahlreichen Ländern Afrikas zwingt dazu, anderen Professionellen der Gesundheit mehr Verantwortung zu geben.
    Im Kamerun, wo es in ländlichen Gebieten nur einen Arzt pro 30.000 Einwohner gibt, haben Krankenschwestern in etwa 100 "dezentralen Betreuungseinheiten" einen Großteil der Folgebehandlungen übernommen und schreiben selbst Rezepte für ARV aus - es sei denn, eine Kontrolluntersuchung wird fällig.

    In Botswana mit 17% HIV-Positivenstartete 2001 das erste Programm mit Gratis- Medikamenten in Afrika. 90.000 Patienten, also 85% der Infizierten, werden heute behandelt. Dem nationalen Aids- Koordinierungsbüro NACA zufolge sind seit 2002 nur 8,5% der Kranken gestorben.
    Patientin Francinah Moumak erzählt: "Früher starben die Menschen weg wie die Fliegen. Seit die ARV gekommen sind, hat das Leben wieder angefangen."

    Tabus bestehen aber weiterhin: aus Angst vor Stigmatisierung haben 70% der Botswaner an den HIV-Tests noch nicht teilgenommen. Die Spieler der Fußballnationalmannschaft "Die Zebras" sind ins Land ausgeschwärmt, um sich öffentlich testen zu lassen und die Männer zu ermutigen, selbiges zu tun.
    Gratisverteilung gibt es auch in anderen Ländern wie Senegal, Tansania, Äthiopien... und Zimbabwe, wo die Infektionsrate sogar gesunken ist. In Südafrika ist die Einrichtung der Programme sehr langsam: nur 21% der dringend zu Behandelnden bekommen die Antiretroviralen.

    * * *

    Bank for African Development BAD: "AIDS kann die Entwicklungschancen Afrikas unterminieren."

    TUNIS (AFP) 1.12.2007

    Dies ließ die afrikanische Entwicklungsbank BAD am Sonnabend in einem Kommuniqué verlauten. Die BAD unterstrich ihre Implikation in den Kampf gegen die Seuche.

    Vizepräsidentin Zeinab El Bakri erklärte: "AIDS kann die Entwicklungschancen kompromittieren, die sich gerade in Afrika auftun, wo viele Länder eine deutliche Verbesserung ihrer ökonomischen und politischen Situation verzeichnen."

    Frau Bakri nahm in Tunis mit Finanzpartnern der BAD und verschiedenen NGOs an einer Konferenz zum Weltaidstag teil.
    Mit nur 10% der Weltbevölkerung, so sagt sie, zähle das subsaharische Afrika 63% der weltweit Infizierten.

    Tah Asongwed, ein hoher Funktionär der Bank, gab auf der Konferenz seinem Wunsch Ausdruck, die infizierten Beamten der BAD mögen sich outen, um den Kampf gegen die Seuche innerhalb der multilateralen Finanzinstitution voranzubringen.

    Lassen wir uns also von den Bildern von unbewältigten Naturkatastrophen, Bürgerkriegen und Despoten nicht beirren: Afrika ist kein Fass ohne Boden. Die Solidarität muss weitergehen, sie kommt auch an.

    Meine vier Aids-Beiträge zum Mitnehmen:Meine 4 Aids-Beiträge

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  • Wo bleibt der "Krieg gegen AIDS"?

    Die Weltgesundheitsorganisation stellt in ihrem jüngsten Bericht wieder eine Verschlimmerung der weltweiten Situation, mit Schwerpunkt Afrika, fest. Ich möchte dazu eine sehr deutliche Karikatur zeigen und einen kleinen Bericht über "Nebeneffekte", die man sich so auch gar nicht vorgestellt hat, uebersetzen:

    In Malawi macht AIDS die Kinder zu Familienchefs
    (Quelle: TV5.org)
    MWANZA (AFP) 14/10/06 - Caroline Chika, eine dreizehnjährige malawitische Schülerin, hat sich nach dem Tod ihrer beiden Eltern durch AIDS schnell an ihre neue Lebensweise gewöhnen müssen: zur Schule gehen und sich gleichzeitig um ihre vier kleinen Geschwister kümmern.

    In Malawi hat die Verbreitung der Seuche, die 14,2 % der Bevölkerung betrifft und 700.000 Vollwaisen produzierte, eine dramatische Konsequence: Das Konzept der "erweiterten Familie", wo Familien Waisenkinder aufnahmen, verschwindet zunehmends. Wie in vielen Ländern des südlichen Afrika, der von HIV-AIDS betroffensten Zone der Welt, zwingen die Serientode innerhalb von Familien oft Kinder lange vor dem Ende ihrer Jugend Verantwortung zu übernehmen.

    Diese neue erzwungene Rolle soll Caroline aus der südlichen malawitischen Provinz aber nicht von ihrem Ziel abbringen: ihre Ausbildung zu schaffen. Mit Hilfe des Roten Kreuzes kann sie ihre Familie jeden Tag ernähren, aber da hört es bei ihr nicht auf. "Ich versuche, in einer positiven Art zu leben, für mich, aber auch für das Wohl meiner zwei Brüder und meiner zwei Schwestern. Meinen Nachbarn leiste ich kleine Gefälligkeiten, um für mich und meine Geschwister Bücher kaufen zu können.

    Trotz solcher sichtbaren wilden Entschlossenheit wissen die Hilfsorganisationen für AIDS-Waisen aber, dass es unbedingt nötig ist, dass junge Mädchen wie Caroline etwas von ihrer Kindheit haben und den Verantwortungen ein klein wenig entkommen können. Im Rahmen eines Programmes des malawitischen Roten Kreuzes nimmt Caroline an ausserschulischen Veranstaltungen teil, die ihr helfen sollen, etwas Unabhängigkeit zu gewinnen: Übungen, mit Musik- und Tanzkursen begleitet.

    "Mit meiner Gruppe zu singen, das hilft mir, meine Probleme zu Hause zu vergessen", erzählt sie.

    Verantwortlichen des Roten Kreuzes zufolge gehen die jungen Waisen regelmässig dazu über, sehr früh zu heiraten um der Armut zu entkommen. Diese Art von malawitischer Jugend sei geradezu alltäglich. Dr Mukesh Kapila, Seuchenbeauftragter des internationalen Verbandes von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond: "Wir müssen unsere Anstrengungen verdoppeln. Wir brauchen mehr Hilfe, sowohl an Geld wie an Freiwilligen. Wir müssen sicherstellen, dass Kinder wie Caroline Zugang zu Programmen haben, die ihnen helfen, unter bessren Bedingungen zu leben." Diese Hilfe für verletzliche Jugendliche sollte eine Priorität im gesamten südlichen Afrika werden, "denn es ist eine Bedrohung der Stabilität. Ein Grund mehr, dass die Regierungen ihre Anstrengungen verdoppeln und aktiv Lösungen finden. HIV geht alle an", schliesst er.

    Für Caroline ist die Herausforderung täglich. "Manchmal ist es hart, dass ich mich in der Schule nicht mehr konzentrieren kann", erzählt sie. "Ich habe Angst, dass die Verhältnisse, in denen ich lebe, meine Zukunft ruinieren und ich die Schule abbrechen muss."

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    von: tab (caglecartoons), 21.08.06
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von Bertrams aus Het Parool(Amsterdam) 0903JoepBertrams Patrick Chappatte (Suisse) – Le Temps (Genève) – 3 février 2007 eattherichtheyneedit G-20 Superheros
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