EUROREGION GRAND EST: Sandrine Bélier, 36 Jahre
Jurastudium in Paris und Straßburg, Diplome in Umweltrecht und öffentlichem Recht, Fachrichtung "Menschenrechte"
»»» SYMPATHISCHES FILMCHEN "GESICHTER DER KAMPAGNE - SANDRINE UNTERSTÜTZEN"
1996 Assistentin bei der Union Internationale de Conservation de la Nature in Bonn und beim Europarat; 1998 - 2001 juristische Verantwortliche der Umweltorganisation Alsace Nature, 2001-2008 dort Regionaldirektorin; 2008 Föderationsleiterin der nationalen Organisation France Nature et Environnement FNE; Ende 2008 Gründungsmitglied und Kandidatin bei Europe-Ecologie, morgen im Europaparlament; seit 1997 in verschiedenen Umweltverbänden engagiert;
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Etwa zeitgleich mit Bütikofers erstem "Brief zur Europawahl" hat Sandrine vorgestern ihren letzten geschrieben, ihren letzten von vielen; der Wahlkampf der französischen "écolos" lief nicht nach dem Motto "Die letzten 72 Stunden entscheiden" und "mach wums, dann kummts", sondern war dynamisch, hat mehrere Monate in gleicher Intensität angehalten, und hat weit über die grünen Wirtschaftsprogramme Green New Deal hinaus mit tiefgehenden Debatten über die Verfaultheit unseres Modells der produktivistischen Hyperkonsumgesellschaft an die Intelligenz der Wähler appelliert. Das Manifest von Europe-Ecologie öffnete vor einigen Monaten einen Kreis, der nach seinem Lauf über Aberdutzende verschiedenster Reden, Artikel und Interviews (von denen ich hier ein Dutzend übersetzt habe) politisch von Cohn-Bendit und José Bové im Artikel "Für einen demokratischen Neuaufschwung Europas", und jetzt auf persönlichere, emotionalere Weise von Sandrine geschlossen wird.
Mein kleiner Wahlkampf hier ist seit drei Tagen vorbei. Ich verdanke Europe-Ecologie aber persönlich sehr viel an Wiederbelebung von seit meiner Jugend nach und nach hinuntergerutschter Kraft und Motivation, die aus Träumen und untermauerter realer Hoffnung schöpfen; dazu ein wenig in meinem Kommentar direkt nach diesem Artikel. So übersetze ich diesen Brief doch noch:
Von Sandrine Bélier, »»» frz Originaltext
Mein Europa ist nicht das Europa von gestern; es ist das Europa von heute und von morgen. Es ist ein Europa, welches sich seiner selbst bewusst wird, welches Vertrauen in sich gewinnt. Die Vergangenheit ist nur wichtig, um die Zukunft zu gestalten, um aus ihr zu lernen, damit man wieder in Gang kommen und aufbauen kann. Heute obliegt es uns mehr als je zuvor aus den schlechten Orientierungen und Entscheidungen, die Ende 2008 zur Explosion des Wirtschaftsmodells geführt haben, Lehren zu ziehen.
Weil die Welt anders geworden ist, Europa sich verändert hat, wir uns verändert haben, müssen wir uns nun nicht nur den Veränderungen anpassen, sondern viel mehr noch als das verschiedene Dinge an den Tag legen und beweisen: gebraucht werden Vorstellungskraft, Verantwortlichkeit und Aufrichtigkeit, um aus einer globalen Krise nachhaltig heraus- und der nächsten zuvorzukommen, welche sich nicht auf eine ökonomische und finanzielle Krise beschränken, welche mit einer sozialen Krise zusammenfließen, welche eine präzedenzlose ökologische und klimatische Krise einfach ignorieren.
Alles ist miteinander verbunden, und die heutige Situation ist nichts anderes als das Resultat alter Entscheidungen zur Weiterentwicklung, die innerhalb von 50 Jahren nur zu größeren Schäden an uns Menschen und der Umwelt geführt haben als je zuvor in der Menschheitsgeschichte.
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