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Literatur

  • Sticky Das Salz im Meer, woher kommt es?

    Heute früh in der Bahn saß mir eine Frau gegenüber, mit einem Roman in der Hand, "Brigitte Schweiger: Wie kommt das Salz ins Meer".

    Wahrscheinlich ein Frauenroman (deren viele ich lese!).

    So kenntnislos wie allwissend kann ich immerhin diese Frage beantworten:

    Das Salz in den Meeren ist das der Tränen all unserer Götter, die sie weinen, wenn sie sehen, was wir aus ihrer Schöpfung gemacht haben!

  • Sticky Rafik Schami, ein Autor aus Syrien - Portrait und Buchbesprechung

    Beides nicht von mir - wo es doch Freunde gibt, die es besser können: Maliblog -Initiatorin Reinhild Kim aka aramata rezensiert:

    Erzählen ist Leben, Schweigen ist Tod

    by aramata Pro

    Das ist das Fazit der Erzählung "Scheherazade". Jede Nacht wurde Rafik Schami gegen 23 Uhr von seiner Mutter geweckt, als Kind in Damaskus, um sich diese Geschichte im Radio anhören zu können - und so wurde er zum Erzähler.

    Heute sprach er in der Redezeit im WDR5 über sein neues Buch "Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmarkt verkaufte. Oder wie ich zum Erzähler wurde". Und natürlich über die von ihm gespannt verfolgte Situation in seiner Heimat Syrien, die er schmerzlich vermisst.
    Unterstützung der syrischen Bevölkerung gegen Assad: keinesfalls militärisch, stattdesssen sollte man Syrer einladen und über ihren Kampf berichten lassen, wie neulich in Brüssel geschehen, um ihnen Aufmerksamkeit und Aufwertung zuteil werden zu lassen.

    Lest hier die Einführung zur Sendung und hört diese unten!

    Rafik Schami, deutsch-syrischer Schriftsteller von Rang, wurde 1946 in Damaskus geboren. Er stammt aus einer christlich-aramäischen Bäcker-Familie und besuchte ein jesuitisches Klosterinternat im Libanon. In Damaskus studierte er Physik, Mathematik und Chemie mit dem Ziel, Lehrer zu werden - und Schriftsteller. Was ihm in seiner Heimat nicht möglich war, übt er seit den 80er Jahren in Deutschland aus, wohin er Anfang der 1970er Jahre floh: ein Leben als freier Schriftsteller. Einen gutbezahlten Job als Chemiker gab er dafür auf. Rafik Schami prägte nicht nur den Begriff der Gastarbeiterliteratur. Er ist heute der erfolgreichste syrische Autor weltweit und gehört zur Liga der beliebtesten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. 2005 verzeichnete der dtv-Verlag den Verkauf seines einmillionsten Taschenbuch-Exemplars. Zu den Geheimnissen seines Erfolges zählt sein Talent zum freien Fabulieren, das er immer wieder auf zahlreichen Lesungen beweist. Aber auch seine ganz eigene Art des Erzählens: exotisch und persönlich, autobiografisch und magisch, realistisch und phantastisch zugleich. In der Redezeit spricht er über sein neues, autobiografisches Buch "Die Frau, die ihren Mann auf dem Flohmmarkt verkaufte" (2011) und über die Lage in Syrien, seiner seit 40 Jahren schmerzlich vermissten Heimat.

    Hier geht's zum Gespräch mit Rafik Schami, moderiert von Jürgen Wiebicke:

  • Deutschland: Abgang der politischen Kultur (II) - about Wolfgang Schömel, Roman "Die große Verschwendung"

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  • Victor Hugo über/sur Nicolas Sarkozy

    [update v. 20. November 2008]

    »»» en francais en bas ↓↓↓↓

    von Victor Hugo, aus: Napoléon, le petit (Wiederauflage Verlag Actes Sud)

    Was kann er? Alles. Was hat er gemacht? Nichts. Mit solcher Vollmacht ausgestattet hätte ein genialer Mensch das Gesicht Frankreichs verändert, vielleicht auch Europas. Nur hat er Frankreich zwar genommen, weiss aber nichts damit anzufangen. Weissgott, bemüht ist er doch: er tobt, alles fasst er an, er rennt den Projekten hinterher; weil er nicht kreieren kann, ordnet er an; er versucht, über seine Nichtigkeit hinwegzutäuschen; es ist die perpetuelle Bewegung; aber, ach!, dreht dieses Rad sich im Leerlauf.
    Der Mann, der nach seiner Machtergreifung eine ausländische Prinzessin geheiratet hat, ist ein um den eigenen Vorteil bemühter Karrierist. Er liebt den Heiligenschein, die Pailletten, die großen Worte, alles was tönt, alles was glänzt, alle glitzernden Glasperlen der Macht. Sein sind das Geld, der Agio, die Bank, die Börse, der Tresor. Er ist kapriziös, das muss er befriedigen.
    Wenn man einen Mann misst und ihn als sehr klein entdeckt, und dann den Erfolg misst und den als enorm entdeckt, dann ist es unmöglich, dass der Geist nicht doch etwas Überraschung empfindet. Dieser wird man noch den Zynismus hinzufügen, denn Frankreich, das tritt er mit Füßen, er lacht ihm ins Gesicht, er trotzt ihm, er verneint, beleidigt und ohrfeigt es! Welch trauriges Schauspiel ist doch der Galopp eines sich losgerissen habenden mittelmäßigen Mannes mitten durch das Absurde.

    Zitat Ende, Übersetzung: meine (ist 100%ig, habe ich mich richtig reingelegt)!

    24hLausanne7mai08Burki20.11.08: Tja, liebe Freunde, Victor Hugo war auch ein Prophet. Werden wir auch bei Goethe oder Schiller Treffendes über unsere Kanzlerin finden? Wie dem auch sei: durch die Monsterthemen der Russland-, auch der US-Wahlen, dem Kaukasuskrieg und den Übersetzungen für Andrey Komovs Zeugendokumentation, sowie der Finanzkrise waren mir dieses Jahr das Land Sarkosien und sein Chef, mein politischer Lieblingsgegner, doch glatt aus meinem Blog herausgerutscht. Das wird nach der Weihnachtspause wieder anders, dürfen wir aus Frankreich im Rahmen der Folgen der Finanzkrise doch reichlich soziale und politische Turbulenzen erwarten.

    Yes I canWerden wir auch brauchen, denn bei uns wird folgendes passieren, und losgehen wird es in der Neujahrsansprache Merkels: alles was von 2006 bis jetzt passierte, war gut und das Werk der Regierung. Alles was ab jetzt passiert, ist die Schuld der Finanzkrise.
    Man wird Oberflächenpolitur betreiben, man wird verschulden, man wird verteilen, mit der Gießkanne; möglich, dass sogar Hartz IV außer der Reihe um 2,35 Euro erhöht werden wird. Die große Mehrheit wird es abkaufen, denn festhalten ist der erste Impuls. Man wird Merkel wiederwählen, und ihr Juniorpartner wird die SPD sein, da mit der Finanzkrise Westerwelles komplettes Programm untergegangen ist und er schwarz-gelb wegen mangelnder Prozente nicht liefern können wird. So wird Lafontaine, der sich schon im Wahlkampf 2005 als Ergebnis eine große Koalition wünschte, auch noch mal beglückt werden.
    Versuchen wir, gegen diesen Wahnwitz anzutreten, es ist nie zu früh
    .

    Mit Sarkos Witz und Wahn wird dieses Blog sich also bald mit Lust und interessantem politischen Stoff wieder beschäftigen. Dieser Beitrag sei der Beginn. Zuvor möchte ich aber gerne einräumen, dass ich froh bin, dass er in diesem Halbjahr die EU präsidierte, nicht Merkel oder der kommende Tscheche. Muss auch gesagt werden.
    Und: irgendwie mag ich diesen Wonneproppen, bei ihm ist immer was los!
    ;)

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    Victor HUGO, dans "Napoléon, le petit": (Réédité chez Actes Sud)

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  • Comic Festival Angoulême 2009

    Liebe Freundinnen und Freunde der gezeichneten Literatur,
    der "bandes dessinées", der - welch ein unglücklicher Begriff, der das Genre überhaupt nicht mehr umfasst! - Comics!

    Poster Angouleme 2009Ich armseliger Wicht!
    Da spreche ich doch fließend französisch, habe mein Blog hier halbvoll mit Übersetzungen aus frankophonen Webseiten, Blogs und Medien,
    da nehme ich mir jedes Jahr Anfang Januar fest vor "diesmal machst Du was dazu",
    und jedes Jahr schiebt sich das vor mir her wie ein gleichgepoltes Magnetende,
    läuft mir davon wie die Arbeit dem Lebensfrohen.

    Aber hier deutlich erkennbar ist mein erster Fortschritt:
    wer zu spät kommt, den bestraft das Leben - aber wer gar nicht kommt, ist tot!
    So präsentiere ich heute zwar erst nach Ablauf des diesjährigen weltbesten Treffens aller Liebhaber der gezeichneten - gar nicht immer so trivialen wie manche meinen - Kunst einige Dinge von Interesse,
    und das auch noch hauptsächlich mit englischsprachigen links,
    habe damit aber für nächstes Jahr immerhin Grund und Grundlage, dann VORHER über das 37. Comicfestival vom 28. - 31. Januar 2010 in der westfranzösischen Stadt Angoulême zu berichten,
    und für die des Französischen nicht mächtigen Blogfreunde schwer findbare Weblinks und auf deutsch übersetzte Texte zu bringen!
    Für heute fünf Teile:
    Klick aufs Bild oben »»» The History
    Every year since 1974, the International Comics Festival demonstrates how creative and alive the 9th art is. Here is a brief reminder of its very rich history.

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  • Nihilisme et négritude - un livre | +: L'axe Chine-Afrique, vu par Tiken Jah Fakoly

    Achille Mbembe a lu pour nous le prochain livre de Célestin Monga -
    Nihilisme et négritude. Les arts de vivre en Afrique (Paris, Presses Universitaires de France, 2009).

    "[...]Prenant le contre-pied du faux débat sur « l'afropessimisme », Monga porte carrément son regard sur ce qu'il nous faut bien appeler l'enflure du temps. Et cela me semble bien etre l'objet final de ce livre. Cette enflure n'est pas simplement une attitude du langage.

    Il y a bel et bien, dans le fourmillement de la vie décrite par l'auteur, quelque chose de relativement vertigineux. Manifestement, les « arts de vivre » qu'il examine font un appel indéniable à la luxure qui, à son tour, s'accompagne d'un désir de violence. Au détour d'un passage concernant la circulation automobile dans les rues défoncées de Douala, Monga observe par exemple qu'ici, « on se déshumanise avec joie ». Peut-être ce temps de la déshumanisation gaie et joyeuse n'ouvre pas nécessairement sur le gouffre ou sur l'abime. Peut-être ne s'agit-il après tout que d'une sorte de sonorité enivrante. Mais l'ivresse est bel et bien là - dans les chansons, dans les danses, les insultes, les colères, le viol verbal, les relations entre les hommes et les femmes, les citoyens et le pouvoir et, surtout, dans le rapport à soi, à la nourriture et aux plaisirs, au temps et au monde.

    À mes yeux, c'est donc la terrible question du pouvoir nu et de l'homme ivre qui est bel et bien posée dans ce livre. Cette question dépasse-t-elle les forces de la pensée ? Non, répond Monga.
    [...]"

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  • Ich bin ein Serienmörder

    Gerade lese ich den Krimi "Wo kein Zeuge ist" von Elizabeth George. Keine Bange, ich lese auch die so genannte anspruchsvolle Literatur, wie zum Beispiel neulich den umwerfenden autobiographischen familiengeschichtlichen Roman "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" des jüdischen Schriftstellers Amos Oz, der uns auf ganz authentische Art fast nebenbei die Geschichte des Judentums und die lange Verbundenheit der jüdischen mit der europäischen Kultur näherbringt. Dazu habe ich mir für meine erste Buchbesprechung hier im Blog auch schon viele Notizen gemacht, allerdings ist dieses Miniprojekt wegen der aktuellen schlimmen Umstände etwas verschoben in ruhigere Zeiten.
    Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, der Scotland Yard Roman. Kurz zusammengefasst haben Chief Inspector (oder so ähnlich, die Titel kapiere ich nie) Lynley und Detective Constable Wavers (eine etwas pummelige Frau, die sich mit Junkfood tröstet und ihren Selbstwert beim Mörderfangen sucht; Lynley entstammt der High Society, wollte aber mit seinem Leben etwas Vernünftiges anfangen), die beiden haben also mit vier ermordeten, an verschiedenen Orten etwas herausstaffiert abgelegten Jugendlichen mit verbrannten Handflächen zu tun. Ein Serienmörder, ein Ritual! Dummerweise war erst der vierte Tote ein Weisser, also ist man mit einer seriösen Untersuchung sehr spät dran, und der Chef schickt einen Profiler. Was die machen, wissen wir aus amerikanischen TV-Serien: sie schauen sich die Leiche an und erzählen dann, was für ein Mensch der Täter ist.
    Jetzt sind wir auf Seite 104, und ich zitiere den Bericht des Profilers nach einem Blick auf die Tatortfotos:

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  • Orwell und Eco über den Faschismus

    Beiträge zur Faschismusdefinition und zu den unsäglichen, unhistorischen, unwissenden, unwissenschaftlichen, die Faschismusopfer verhöhnenden, polemischen, den Begriff entleerenden, pervertierenden und instrumentalisierenden, den deshalb nichtssagenden Faschismusvorwürfen gegen Staaten oder Organisationen, die nicht faschistisch oder faschistoid sind.
    Inhalt:
    Diese Seite: Meine aktuellen Gedanken dazu
    Seite 2: Aktuell: 14 Merkmale des Faschismus, aus: "Fascism Anyone?", von Dr. Lawrence Britt, Free Inquiry (humanistische Zeitschrift), 2003
    Soziologische Definition von nachbarschaftlichen Begriffen (auf englisch)
    Seite 3: Historisch: Umberto Eco's 14 Wesenszüge des Urfaschismus, und
    George Orwell "Was ist Faschismus?" (auf englisch)

    Witzigerweise oder unwitziger- oder bezeichnenderweise bin ich bei meinen Hintergrundrecherchen zu den jüdischen und palästinensischen Autoren, deren Texte ich für mein Gazadossier übersetze, auf Schriften von George Orwell und Umberto Eco zu der Thematik der Klärung des Faschismusbegriffes gestoßen, auf die ich aufmerksam machen möchte, und zwar auch aus Gründen der Sauberkeit in den politischen Debatten:
    PARIS (AFP) - 17-01-2009Wie das Bild hier rechts von einer Pariser "Friedensdemonstration" mit dem Hakenkreuzemblem auf der israelischen Flagge beispielsweise, aber auch stellvertretend für manche Beiträge in politischen Blogs, was alles faschistisch sei, zeigt, wird der Begriff "Faschismus" immer inflationärer, nur noch symbolischer, ungenauer, polemischer und damit nichtssagender verwendet.

    Damit passiert dreierlei:

    Den Abermillionen von Folter- und Todesopfern und den Aberzigmillionen Menschen, die Opfer des unterdrückerischen, angstmachenden Alltags waren der wirklichen faschistischen oder faschistoiden Gesellschaften des vergangenen, meinetwegen auch des jetzigen Jahrhunderts, wird im Nachhinein noch einmal ignorant ins Gesicht getreten. Wenn zum Beispiel die Bundesrepublik bei aller richtigen Kritik unter anderem der zunehmend verschärften Bürgerüberwachung, die ich als überzeugter Demokrat, Pluralist, Menschenrechtler und Grüner vehement aktiv teile, als faschistisch oder so gut wie faschistisch bezeichnet wird, dann sollte man mal an diese Opfer denken. Und daran, wie gerne alle von ihnen wohl in einem "faschistischen Staat" a la Deutschland heute gelebt hätten, anstatt in faschistischen Staaten.
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    Antikriegsdemonstration, Jerusalem, 29.12.08,Foto:AP,JerusalemPostSieht man so eine Hamas-made jüdische Hakenkreuzflagge wie im obigen Bild, dann kann man sich auch mal überlegen, wieviel lieber die nichtjüdischen Konzentrationslagerinsassen, die politischen Gefangenen oder die Homosexuellen in einem "faschistischen" Israel gelebt hätten als in Nazideutschland, weil Israel eben zwar militaristisch dirigiert, keinesfalls aber faschistisch ist, denn dort wären sie mit vielen Juden und palästinensischen Israelis zusammen in einer politischen Opposition, die ihren Meinungskampf frei führen kann. Das Bild links zeigt eine Antikriegsdemonstration am 29. Dezember 2008 von jüdischen und palästinensischen Studenten in Jerusalem und ist aus der Jerusalem Post. Faschismus? Irgendwie besser übrigens, wenn bei Solidaritätsdemonstrationen keine Freunde der Hamas und Antisemiten mitmarschieren, und ausgerechnet auch noch mit Faschismusvorwürfen.

    Zweitens wird der Begriff völlig verwässert, seiner Aussage entleert und Schlimmeres. Wenn jedem politischen oder militärischem Gegner das Hakenkreuz an die Brust geheftet wird, dann gibt es endlos viele Faschisten auf vielen Plätzen des politischen Spektrums und der Weltbühne ("Irgendein jeder ein Faschist?" titelt Dr. Britt auf Seite 2), und damit wird es gar keiner mehr sein, auch nicht die wirklichen Faschisten, denn mit ihrer Bedeutung beraubten Worthülsen kann nichts mehr bezeichnet, gekennzeichnet, definiert, eingeordnet, erklärt und begriffen werden. Das Wort "Begriff" kommt ja daher, dass er helfen soll, etwas zu begreifen, zu verstehen, etwas von etwas anderem zu unterscheiden. So ist auch der maßlose aktuelle blutige Gegenschlag Israels wohl mit Massakern durchzogen, aber noch lange kein "Völkermord", denn das ist etwas anderes, wie man zum Beispiel im Kongo nachschauen kann. Schaut man sich alles Gesagte an und akzeptiert es, dann wären heute sowohl Israel als auch die Hamas faschistisch, der Vorwurf wird ja aus verschiedenen Richtungen beiden gemacht. Was außer der Verhöhnung der Millionen Faschismusopfer bleibt von diesem Unsinn übrig?
    Die inflationär verwandte moderne Worthülse "Faschismus" umhüllt all das, was Faschismus bedeutet, nicht mehr, sondern ist ein übergezogener Mantel zum Spazierentragen ideologischer Ansichten, die mit dem bezeichneten Gegenstand nur insofern etwas zu tun haben, als das sie ihn vehement ablehnen. Ein polemischer Kampfbegriff, der aber in diesem Falle leider mal die Millionen Faschismusopfer enthielt. Nicht wenige Autoren, so manchmal auch ich, schreiben hin und wieder in polemischem Stil, hart und übertrieben. Dann aber sollte klar sichtbar sein, dass eine übertriebene Polemik vorliegt, und auch die sollte ohne Verklärung klarer politische Begriffe und ohne deren Instrumentalisierung auskommen. Viele der unsäglichen Faschismusvorwürfe kommen allerdings (mehr oder weniger) sachlich eingebettet mit dem Anspruch daher, zu erklären und aufzuklären. Das ist dann, sofern es nicht aus Unwissenheit oder Verantwortungslosigkeit geschieht, Fehlinformation und Manipulation - übrigens ein beliebtes Propagandamittel von Faschisten.

    Unter der Hamas-Fahne
    Obwohl die Hamas die Bevölkerung im Gaza-Streifen brachial unterdrückt, verschafft sie sich immer mehr Respekt von Israel-Hassern und Antisemiten. Ein Essay über die linke Hamas-Solidarität.
    in: "Jungle World- Die linke Wochenzeitung"

    Drittens diskreditieren sich die Leute, die so etwas tun, selber, und auch die Sache, die sie zu vertreten vorgeben. Sich, das ist nicht schlimm. Schlimm ist, dass auch die Solidarität mit Opfern diskreditiert wird, in deren Rahmen diese Polemiken ja stattfinden. Freunde des palästinensischen Volkes, die mit hakenbekreuzten Israelflaggen herumlaufen, sind dem palästinensischen Volk schlechte Freunde. Leute, die Deutschland heute oder die EU oder nach Gusto dies und das als faschistisch outen, tragen zur Klärung und Lösung von Problemen nichts bei, außer dem Beton in ihren Köpfen.

    Thema: Rechte und "Linke" - getrennt zuschlagen, aber gemeinsam marschieren?
    dielinkehamas2In jeder Partei gibt es Personen, die zum Ungemach der Mehrheit der Mitglieder mit abstrusen Ideen das Parteibanner vor sich hertragen. Ich kann mich bei den Grünen zum Beispiel gut an Oswald Metzger erinnern. Ich sehe aber Unterschiede, ob Einzelne sich in der Öffentlichkeit zum Durchbruch bringen wollen, oder ob politische Gruppierungen innerhalb einer Partei ihrer Ideologie zuliebe völlig unsensibel darüber sind, dass sie für ihre politischen Kämpfe spontane Koalitionen mit Nazis, Antisemiten und Hamaspartisanen eingehen, dann noch das Prädikat "links" für sich in Anspruch nehmen und für das Europaparlament kandidieren. Zu welchem Zweck?
    Folgende Artikel berichten über die "Friedensdemonstration" (Foto) in Berlin vom 3. Januar:

    1. DIE LINKE Hamas, im Blog "no nazi" des Junggrünen Sebastian Brux
    2. Antiisraelische Demonstration in Berlin | LINKE-Vertreter sind mit dabei, bebildert mit links, aus benjamin-krueger.net
    3. "Der folgende Bericht zur gestrigen Palästina-Demo in Berlin wurde von einer Genossin für indymedia geschrieben. Da er dort mehrfach umgehend gelöscht wurde, sei er nun hier zur Dokumentation eingestellt."
    4. Rechte, Linke, Islamisten - Hauptsache gegen Israel, aus welt-online
    5. Der Konflikt der doppelten Standards, Diskussionspapier einiger Junger Grüner, im Blog "no nazi"

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  • Allemagne de l'Est: comment assumer son histoire?

    Le travail de saisir et d'assumer l'histoire de la Russie et le passé soviétique surtout, mon ami russe Andrey Komov le fait sur beaucoup de ses pages dans son blog franco- et germanophone.

    La République Démocratique Allemande RDA était un pays du camp socialiste aussi, nous allemands avons aussi un passé communiste à comprendre et nos leçons à en tirer, tout comme nous avons à travailler le passé nazi - à moins de vouloir ignorer ces passés dans nos racines, d'être des consommateur du temps présent et non des citoyens avec une histoire et des projets.

    Il y a quelque temps, j'avais traduit ces trois textes (et plus) sur la question de "comment voir et que faire avec l'histoire de la RDA?".

    Contenu:
    1. Allemagne de l'Est : le partage du souvenir
    Le professeur Richard Schroeder explique ici pour le journal Zeit comment et pourquoi le peuple allemand est divisé en ce qui concerne la question du devoir de mémoire de la République Démocratique d'Allemagne (RDA), plus de quinze ans après la chute du mur de Berlin.
    2. Qui sommes-nous pour juger l'histoire?
    La façon qu'ont certains Ouest-allemands de se positionner par rapport au passé complexe de leur pays naguère divisé est parfois vivement critiquée. Voici un intéressant commentaire du texte de Richard Schröder présenté précédemment (Allemagne de l'Est : le partage du souvenir), issu du courrier des lecteur de Die Zeit.
    3. Adolf Endler: interview d'un écrivain insoumis
    En 1955, il quitta l'Allemagne de l'Ouest pour aller "de l'autre côté", du côté communiste. Il commença ensuite à haïr le socialisme. Il nous livre son point de vue sur la RDA, ses fatalités, ses espionages, ses controverses, et la nostalgie qu'il en reste aujourd'hui.

    »»» Tout lire chez Andrey »»»

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  • Albert Camus liest L'étranger

    jordan-camusHeute gibt es überall Hörbücher, also Bücher auf CD, die meist von Schaupielern gelesen werden. Nachdem Sie einmal selbst L'étranger von Albert Camus gelesen haben, können sie eine erstaunliche Entdeckung machen. Sie können nämlich Albert Camus selber hören, der seinen Roman vorliest. Tatsächlich hat er L'étranger 1952 für eine Sendereihe von Radio Frankreich ganz im Rundfunk gelesen. » Diese CD liegt heute als Hörbuch vor. Indem Sie die Stimme von Camus hören, wie er das Abenteuer von Meursault erzählt, werden Sie ganz ohne Zweifel ihre Interpretation der Hauptfigur überdenken. Unnahbar, gleichgültig? Viele verschiedene derartige Urteile werden sie über diese Person, die den Arabern am Strand tötet, schon gefunden haben - es sei wegen der Sonne geschehe, sagt er vor dem Richter und den Geschworenen.

    Wenn Sie Camus selbst hören, werden sie viel leichter die vielen Details miterleben, die Meursault sehr wohl zur Kenntnis nimmt, Sie hören Camus' Betonungen und seine Art, die Geschichte zu erzählen wird Sie mitten hineinversetzen. Und dann erst die Szene in der Zelle, als Meursault seinen Beichtvater am Kragen packt! Damals habe ich sie meinen Schülern vorgespielt, dann das Gerät angehalten. Wir haben uns angeguckt und drei, vier Minuten hat niemand etwas gesagt. Dann machte ein Schüler eine Bemerkung, eine andere antwortete, einer widerspach und dabei vergaßen sie ihren Prof. Das war ganz beeindruckend, wissen wir doch, dass es im Französischunterricht eigentlich immer viel zu wenig authentische Stimmen gibt.

    Dieser Französischlehrer bin nicht ich, es ist Herr Wittmann, und ich danke ihm dafür, diesen Beitrag aus seinem stets aktuellen und lehrreichen »» france-blog kopiert gehabt zu haben.
    :)

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von Bertrams aus Het Parool(Amsterdam) 0903JoepBertrams Patrick Chappatte (Suisse) – Le Temps (Genève) – 3 février 2007 eattherichtheyneedit G-20 Superheros
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