In Afrika ist alles möglich,
SCROLLEZ PLUS BAS POUR LES 5 ARTICLES eben aber auch Entwicklungen in richtige Richtungen, was allein den Namen "Fortschritt" tragen dürfen sollte. Die folgenden von mir übersetzten Meldungen der Agence Francaise de Presse (AFP) [Quelle: tv5.org-Afrika] aus einem Zeitraum von nur 24 Stunden belegen es.
KLICK VERGRÖSSERT DIE AFP-FOTOS.
Ruanda (die ersten beiden Meldungen) wurde 1994 durch einen Völkermord weltbekannt, dessen grausame Details ihm den Titel "schrecklichstes Ereignis der Menschheit seit dem Holocaust" einbrachte. Vermutlich stehen hinter dem Völkermordprozess nicht nur Menschenrechtssympathien, sondern auch alte Rechnungen, sicherlich belegt der Antikorruptionskampf eher einen härteren Durchgriff der Exekutive als glückselige Gerechtigkeit überall im Land, aber in Afrika geht es halt nicht mehr (a la Bill Clinton) um nur "Hauptsache, saubere und freie Wahlen" (und dann nichts wie weg, siehe Kongo 2007), sondern darum, dass die Übel wirksam bekämpft werden und die Gesellschaften, die Politik und die Eliten sich wirklich positiv verändern. Bravo, Ruanda!
Das Todesurteil in Tansania ist keine sehr glückliche Lösung, denn die verteidigten Menschenrechte müssen auch für verurteilte Mörder gelten. Aber zu den größten Übeln Afrikas gehören auch rituelle oder religiös verbrämte Grausamkeiten gegen Minderheiten oder "Minderwertige", so beispielsweise auch die Beschneidung von Mädchen. Dieser erste antirassistische Mordprozess ist ein Fortschritt, er ist mutig, denn er stellt sich gegen einen traditionellen mainstream innerhalb großer Teile der Bevölkerung. Ich kenne aus entwickelten europäischen Musterländern opportunistischere Attitüden der Politik.
Im Kongo verbessert sich die Situation ein wenig. Diese Meldung ist der Auftakt meines Anfang Oktober hier erscheinenden neuen Dossiers über sexuelle Gewalt als Kriegswaffe mit Übersetzungen rund um den Kongobesuch Hillary Clintons vor einigen Wochen.
In Guinea putschte sich Weihnachten 2008 das Militär an die Macht, vorgeblich um "aufzuräumen", mit der Korruption beispielsweise. Das hat man in Afrika oft erlebt, niemals hat es den Bevölkerungen etwas gebracht. Korruption wird (siehe Ruanda) nicht dadurch bekämpft, dass die Näpfe vor andere Mäuler geschoben werden. Gestern gab es mit über 20.000 Demonstranten in der zweitgrößten Stadt eine erste Massenkundgebung gegen die Diktatur.
Zusatz drei Tage später: und am Wochenende ein Blutbad, siehe » hier.
Die fünf Artikel:
DIES IST EIN BEITRAG AUS MEINER RUBRIK "AFRIKA POSITIV"
Kampf gegen die Korruption: Ruanda wird als afrikanisches Vorbild genannt.
Lutte contre la corruption: le Rwanda cité en exemple en Afrique
NAIROBI (AFP) - 23.09.2009 12:48
Die Weltbank und die Nichtregierungsorganisation Transparency International zitierten am Mittwoch Ruande wegen seiner besonders unnachgiebigen Haltung gegenüber der Korruption als beispielgebend.
Le Rwanda a été cité en exemple mercredi par la Banque mondiale et l'organisation Transparency International comme un pays africain ayant adopté une attitude particulièrement intransigeante vis-à-vis de la corruption. »»» Artikel 1 unten
Völkermord Ruanda: Beginn des Prozesses gegen einen Schwiegersohn von Félicien Kabuga
Génocide rwandais: début du procès d'un gendre de Félicien Kabuga
ARUSHA, Tanzanie (AFP) - 23.09.2009 09:41
Nach mehreren Vertagungen begann am Internationalen Strafgericht für Ruanda (TPIR) am Mittwoch der Prozess gegen den oft "Finanzminister des Völkermords 1994" genannten Augustin Ngirabatware, Ex-Budgetminister und Schwiegersohn von Kabuga.
Le procès d'Augustin Ngirabatware, ex-ministre du Plan et gendre de Félicien Kabuga, souvent présenté comme l'argentier du génocide de 1994, a démarré mercredi, après plusieurs reports, au Tribunal pénal international pour le Rwanda (TPIR). »»» Artikel 2 unten
Tansania: Drei Männer für dem Mord an einem Albino zum Tode verurteilt
Tanzanie: trois hommes condamnés à mort pour le meurtre d'un albinos
DAR ES SALAAM (AFP) - 23.09.2009 17:05
Ein tansanisches Gericht verurteilt am Mittwoch drei Männer zum Tod durch Erhängen, weil sie einen Albino getötet hatten. Es ist das allererste Diesbezügliche Urteil in diesem Land, wo Albinos Zielscheibe ritueller Tötungen sind.
Un tribunal tanzanien a condamné mercredi à la pendaison trois hommes pour avoir tué un garçon albinos, première condamnation jamais prononcée dans ce pays, où les albinos sont la cible de meurtres rituels. »»» Artikel 3 unten
DR Kongo: Dem Flüchtlingskommissariat der UNO (UNHCR) zufolge kehren Zehntausende Vertriebener in ihre Dörfer zurück
RDC: des milliers de déplacés rentrent dans leurs villages, selon le HCR
KINSHASA (AFP) - 23.09.2009 16:36
Mindestens 65.000 der vor den bewaffneten Auseinandersetzungen und der Gewalt im Osten der DR Kongo geflohenen Menschen haben laut UNHCR die Rückkehr in ihre Dörfer begonnen.
Au moins 65.000 personnes qui avaient fui les affrontements armés et les violences dans l'est de la République démocratique du Congo (RDC) ont commencé à retourner dans leurs villages, a annoncé mercredi à Kinshasa le Haut commissariat de l'ONU pour les réfugiés (HCR). »»» Artikel 4 unten
Guinea: 20.000 Demonstranten gegen die Militärjunta
Guinée: 20.000 personnes ont manifesté contre la junte
CONAKRY (AFP) - 24.09.2009 16:52
Nach Polizeiangaben 20.000, nach Angaben der Organisatoren doppelt so viele, Personen haben gestern in der zweitgrößten Stadt und Oppositionshochburg Labé gegen den für Samstag vorgesehenen Besuch des Chefs der Militärjunta capitaine Moussa Dadis Camara demonstriert.
Quelque 20.000 personnes, selon la police et le double selon les organisateurs, ont manifesté jeudi à Labé, deuxième ville de Guinée et fief de l'opposition, contre la visite prévue samedi du chef de la junte, le capitaine Moussa Dadis Camara. »»» Artikel 5
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